Füße hoch, es wird gegärtnert

bucher_aug2014Sommer, Sonne, Garten – ein Traumpaar, äh, -trio. Wer die Kombi am liebsten im Liegestuhl genießt, kann trotzdem was für seinen Garten tun. Schlaue Bücher und Zeitschriften lesen und hinterher den Bekanntenkreis mit neu gewonnenem Wissen beglücken.

Das liegt auf meinem Lesestapel:

„Winke für den Biogärtner“. Die Zeitschrift, oder besser das Zeitschriftchen (Format A5) enthält erprobtes Gartenwissen aus dem Klostergarten der Abtei Fulda. Die Texte stammen alle von Schwester Christa, die ich im Juli kennenlernen durfte. Sie geben Anfängern praktische Tipps rund ums biologische Gärtnern mit auf den Weg, aber auch wer schon erfahrener ist, wird sich daran erfreuen. Die Texte sind von handgezeichneten Bildern geschmückt, die größtenteils ebenfalls im Kloster erscheinen. Das Heft erscheint dreimal im Jahr, ein Abo kostet 15,- Euro und kann über den Online-Shop der Abtei abgeschlossen werden.

„Alte Nutzpflanzen wieder entdeckt“ Gertrud Scherf, blv. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viele Pflanzen ein Doppelleben führen. Sauerklee als Waldbewohner und Fleckenmittel, Löwenzahn als Pusteblume und Kapernersatz, Maiglöckchen als Duftwunder und Schnupftabakzutat, Gänseblümchen als Salat-Krönung und Liebesorakel. Für meinen Geschmack hätte das Buch noch mehr praktische Anleitungen und Rezepte geben können, aber das Durchstöbern der Pflanzenbeschreibungen mit historischen Historischem, Mythischem und Magischem macht trotzdem Spaß.

„Einfach. Jetzt. Machen!“ Rob Hopkins, oekom. In über 40 Ländern gibt es Transition Initiativen. Leider bin ich bisher nur eine punktuell aktive, aber grundsätzlich positiv eingestellte aus dem Hintergrund Verfolgende der Aktionen. Wem der Begriff schonmal untergekommen ist, aber noch keine wirkliche Vorstellung davon hat, was hinter der Bewegung steckt, bekommt mit „Einfach. Jetzt. Machen!“ eine Einführung, die sich aber nicht in wirtschaftlicher Theorie ergeht, sondern immer wieder praktische Beispiele gibt. Wer sich schon länger mit dem Thema beschäftigt, bekommt Hilfestellungen beim Anstoßen von Initiativen, aber auch für die Umsetzung von Projekten und die Weiterentwicklung der Gruppen. Das ganze in gut lesbarer Weise geschrieben und so gegliedert, dass man die Kapitel auch kreuz- und quer lesen kann.

„Hinterm Stall die Blumen“ Britta Freith, Ulmer. Eine Reise zu Landfrauen und ihren Gärten, ein Buch, wie ich es gerne selber schreiben würde. Gärten gucken, Landfrauenwissen sammeln, beim Schreiben in Erinnerungen schwelgen. Zu jedem der 13 über Deutschland verteilten Gärten gibt es Text, Bilder und ein Rezept aus der Region. Sehr imposant: Die Lammkrone (S. 78).

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