Glück muss man haben

gluecksnussAb sofort begrüßt mich in meinen Garten ein äußerst freundlich dreinblickendes Wesen. Es hatte sich in einer Dose Erdnüsse versteckt und hängt jetzt in einer von den Weiden, die den Totholzzaun halten.

Schickt mir eure Lieblings-Recycling-Idee für den Garten und gewinnt:

1 von 2 Exemplaren Das Unkraut-Buch oder
1 von 2 Exemplaren Bio-Starter

[contact-form][contact-field label=’Meine Lieblings-Recycling-Idee für den Garten ist:‘ type=’textarea‘ required=’1’/][contact-field label=’Welches Buch möchtest du gewinnen?‘ type=’radio‘ required=’1′ options=’Das Unkraut-Buch,Bio-Starter’/][contact-field label=’Name‘ type=’name‘ required=’1’/][contact-field label=’E-Mail‘ type=’email‘ required=’1’/][/contact-form]

Kleingedrucktes & Teilnahmebedingungen:
Teilnehmen dürfen Bewohner der BRD ab dem 18. Lebensjahr, pro Familie nur eine Person. Die Teilnahme ist nur gültig, mit beantworteter Frage, vollständigem Namen, Wohnort, Emailadresse.
Das Gewinnspiel startet am 11.5.2015, 0.01 Uhr und endet am 22.5.2015 um 23.59 Uhr.
Verlost werden 2×1 Exemplar „Bio-Starter“, 2×1 Exemplar „Das Unkraut-Buch“
Der Gewinner werden per Los von einer neutralen Person gezogen und per Email benachrichtigt.
Die Emailadresse wird nur zur Benachrichtigung im Gewinnfall verwendet und anschließend gelöscht.
Das Buch wird dem Gewinner auf dem Postweg zugestellt.
Es besteht keine Haftung, wenn das Buch auf dem Postweg verloren geht oder beschädigt wird.
Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ich behalte mir vor, das Gewinnspiel abzubrechen.

Kneif mich mal

Gartenbuchpreis_800breit

Alle Preisträger 2015, ich gaaaaanz stolz neben Jonas Reif (Bild: Deutscher Gartenbuchpreis)

Ein mehrgängiges Abendessen auf edlem Porzellan serviert, den Abend im Kaminzimmer mit Baronin und Baron und bei „hauseigenem“ Rotwein ausklingen lassen, auf dem Schloss übernachten und am frühen Morgen aus dem Fenster den Schlosspark in Sonne und Raureif daliegen sehen… – sowas passiert nur in Rosamunde Pilcher-Romanen?

Da auch, aber auch, wenn man den Deutschen Gartenbuchpreis verliehen bekommt. So ist es uns am letzten Freitag ergangen. Um 13.00 Uhr kam die Nachricht, dass der Bio-Starter nominiert ist, um 14.30 Uhr saßen Fotografin Nadja und ich im Auto und bretterten mit dem kleinen roten Lupo Richtung Schloss Dennenlohe in Mittelfranken.

Warum unser Buch den Leserpreis bekommen hat? „Weil es dem Leser Mut macht, das biologische Gärtnern selbst auszuprobieren. Das Autorenteam versteht es, die Inhalte verständlich, unterhaltsam und kompakt zu vermitteln, und zwar ohne missionarischen Eifer. Außerdem sind die Fotos sehr ansprechend und authentisch. Wir finden, dass der eigene Garten in diesem Buch durchaus wiederzuerkennen ist. Der „Bio-Starter“ eignet sich gut für Einsteiger und ebenso für versierte Gärtner“ – so die Begründung der Jury.

gartenbuchpreis_3er

NRW-Tag für Naturmenschen

NRWTag_Aufmacher Keine Lust auf Massenveranstaltungen und Stadtfeste? Dann gehts euch wie mir. Ich habe mich trotzdem zum NRW-Tag getraut und tatsächlich einiges entdeckt, was für Gärtner und Naturfreunde interessant ist. Glücklicherweise ist die Veranstaltung in „Meilen“ und „Quartiere“ zu bestimmten Themen unterteilt. Und nicht überall herrscht so viel Enge und Geschiebe, wie man es befürchtet.

Ich empfehle:
Die Gastgeberland.NRW.Meile (Friedrich-Verleger-Straße): Hier zeigen die verschiedenen Regionen, welche (Natur)-Sehenswürdigkeiten es bei ihnen zu sehen gibt. Für einen Flyer-Addict wie mich, ein El Dorado mit Broschüren über Wanderwege, Radrouten, Klostergärten undsoweiter.

Natur.Quartier (Skulpturenpark an der Kunsthalle): Dank grüner Wiese und großen Bäumen geht es hier insgesamt etwas weniger trubelig zu. Hier stellen sich  Umwelt-Initiativen und -Vereine vor und es gibt vieles zum Selbermachen. Kein Gärtner-Ding, aber trotzdem toll: Wasserrohr+FlipFlops-Musikinstrumente vom MobilenMusikMuseum.

Hier noch ein paar Bilder meiner Entdeckungen:
NRWTag_AbgreiferNRW-Tag für Abgreifer:
Links
: Samentüten und Informationen rund um Bielefelder Bäume, inkl. das Zwitschern der Bäume-Projekt, bei dem ich Baumpate von Plata bin (BUND-Stand, Skulpturenpark). Mitte: Rotbuchen zu verschenken! (Landesbetrieb Wald und Holz, Niederwall). Rechts: Flyer über Gärten in der Region (diverse Stände, Friedrich-Verleger-Straße).

NRWTag_LehmNRW-Tag für Matsch-Möger:
Links
: Bäumen ein Gesicht geben und einen solchen klettern kann man beim Primelgrün-Stand im Skulpturenpark.

NRWTag_TiereNRW-Tag für Gartenbesitzer:
Gartenbewohner, die man sonst nicht so oft aus nächster Nähe zu sehen bekommt, kann man am Stand vom Naturkunde-Museum Bielefeld im Skulpturenpark ganz in Ruhe betrachten. Dort sind tot gefundene Tiere in ausgestopfter Form zu sehen.

Gärten suchen ein Zuhause

Kokopelli01Zugegeben: So richtig aufgefallen sind die bunt bepflanzten Brotkisten auf dem supersterilen und einödigen Neumarkt nicht wirklich. Die Idee hinter den Kokopelli-Gärten ist aber durchaus unterstützenswert: Annabelle Mayntz und Pip Cozens von Art at Work bieten Bielefelder Kindern und Jugendlichen einen Ort, wo sie alles über Obst und Gemüse und gesunde Ernährung lernen können und zwar in Theorie und Praxis.

Jetzt müssen die Kokopelli-Gärten den Neumarkt verlassen, weil dort ein Hotel gebaut werden soll. Weil noch nicht feststeht, ob und wo die mit Kohl und Kräuter bepflanzten Kisten ein neues Zuhause finden werden, hat Transition Town Bielefeld angeboten, Asyl zu gewähren.

Um im Garten am Grünen Band gedeihen zu können, findet am Samstag, 28.6. der Umzug statt. Dieser ist so geplant:

11 Uhr: Abbauen & Bulli beladen (Neumarkt)
12 Uhr Ausladen & Aufstellen (TT-Garten)
15 Uhr: Fahrradprotestkorso mit den letzten Kisten über den Kesselbrink, Jahnplatz, Niederwall, dann Heeperstraße mit Glocken, Klingeln, Bannern, Musik, was uns bis dahin noch einfällt, wir beteiligen uns unter dem Motte „Kohlrabi statt Kommerz“ auf unsere Art am NRW Tag.
Rückmeldung wegen mithelfen bitte an Annabelle & Pip von Art at Work: Tel. 0521-65964 bzw. www info@art-at-work.org.

Das Mithelfen ist übrigens auch ein guter Termin, sich mal ein wenig bei den TTlern umzusehen. In den Gemeinschaftsgärten darf nämlich jeder mitarbeiten, Gartenwissen austauschen oder ansammeln oder einfach nur die kleine grüne Oase in der Stadt genießen. Von März bis Oktober wird dort jeden Samstag von 14 Uhr bis zur Dämmerung gegärtnert.

kokopelli_3er

Ich habs doch immer gesagt

In England ist die Welt einfach ein Stückchen besser, zumindest was das Thema Garten angeht. (Obwohl mir noch diverse Dinge mehr einfallen, die ich dort toll finde.)

Gäbe es solche Gartensendungen im deutschen Fernsehen, ich würde mit Freude GEZ-Gebühren bezahlen.

Eine sympathische Gärtnerin, ein wunderschöner, weil nicht piekfein und oberperfekter Garten, klasse Tipps zum Nachmachen und das alles in ohrenschmeichelndem britischen Englisch – herrlich! Wer da keine Lust bekommt, zu Schaufel und Salatpflanze zu greifen und loszulegen, der scheint mir verdächtig.

Mein Tipp:
Kohlrabi, Kopfsalate, Möhren, Mangold, Radieschen, späte Porreesorten, Busch- und Stangenbohnen könnt ihr jetzt noch aussäen.

 

Maiglöckchen im Berufsverkehr

tram01Es ist doch immer wieder erstaunlich und vor allem erfreulich, wie friedlich, freundlich und kommunikativ Menschen sind, wenn sie im lärmig-hektischen Berufsverkehr einen mit Pflanzen reisenden Menschen entdecken.

Erlebnis 1: mit Maiglöckchen für meine Gastgeberin in der Straßenbahn
Ich werde angelächelt, beim Einsteigen vorgelassen und schließlich von einem alleinreisenden Herren angesprochen. Er gibt mir freundlich Tipps zur Pflanzung (halbschattig, breitet sich aus) und ich ihm das Gefühl, er würde mir bisher Ungewusstes erzählen. Die kleinen weißen Kugelglöckchen nicken zustimmend. Auch deren herrlichen Duft erwähnt der Mann. Einziger Wehmutstropfen: Leider schaffen sie es nicht, sein Waschabstinenzler-Aroma zu überdecken.

Erlebnis 2: mit zwei Kisten voller Pflanzen, ebenfalls in der Straßenbahn
Es war ein langer, anstrengender Tag, der mich unter anderem zu Sarastro Stauden, eine von Europas berühmtesten Staudengärtnereien geführt hat. Natürlich konnte ich einige Pflanzen nicht ungekauft lassen. Ich bin jetzt in der Straßenbahn mit zwei Pappkisten voller Pflanzen auf dem Weg vom Buchverlag für den ich unterwegs war zu meiner Münchener Unterkunft . Die Kisten kann ich in einer Ecke abstellen. Ich bin geschafft und dankbar für einen Sitzplatz, der in einiger Entfernung frei ist. So ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, zu wem die Pflanzen gehören.
Zwei Studenten steigen ein, gucken immer wieder verwundert Richtung Pflanzen und beginnen zu mutmaßen: handelt es sich um eine Maßnahme der MVG, die Tramfahrerei angenehmer zu machen? Hat jemand die Pflanzen vergessen? Was passiert wohl, wenn sie sich eine rausnehmen?
Langsam werde ich nervös.
Ich gebe mich als Besitzer zu erkennen und wir nehmen uns gemeinsam vor, der MVG ein Begrünungsprojekt vorzuschlagen. Am Stachus gehen wir lachend und ein wenig weniger müde auseinander.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Und wieso hat eigentlich noch niemand ein bepflanzbares Handtäschchen erfunden? So könnte man seine Lieblingspflanze oder die, deren Blütenfarbe gerade zum Outfit passt überall hin mitnehmen. Also, liebe Kreativlinge oder Existenzgründungsideensucher – ich freue mich auf eure Entwürfe!

Buch gewinnen!

cover_rand

 

 

Am 23. April ist „UNESCO-Welttag des Buches“, da will ich als Lesesüchtige und Buchautorin natürlich mitfeiern!

Aus Freude über diesen Ehrentag verlose ich 3 x 1 Exemplar vom
Garten-Starter von Sebastian Ehrl & Jutta Langheineken (blv Verlag – ISBN-10: 3835412604)

Um zu gewinnen, hinterlasst einen Kommentar mit eurem Lieblings-Gartentipp.
Einsendeschluss ist 4. Mai 2014 um 23.59 Uhr

Mehr zu der Aktion „blogger schenken lesefreude“ findet ihr übrigens hier. Eine Beschreibung vom Buch und einen Einblick zum Inhalt gibts hier.

 

Kleingedrucktes & Teilnahmebedingungen:
Teilnehmen dürfen Bewohner der BRD ab dem 18. Lebensjahr, pro Familie nur eine Person.
Die Verlosung startet am 23.4.2014 und endet am 4.5.2014 um 23.59 Uhr.
Der Gewinner wird per Email an die Kommentieradresse benachrichtigt.
Die Emailadresse wird nur zur Benachrichtigung im Gewinnfall verwendet und anschließend gelöscht.
Das Buch wird dem Gewinner auf dem Postweg zugestellt.
Es besteht keine Haftung, wenn das Buch auf dem Postweg verloren geht.
Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ich behalte mir vor, das Gewinnspiel abzubrechen.

lammfromm & primelgrün

Am Wochenende habe ich spannende Entdeckungen rund um Bielefeld gemacht, die alle interessieren dürften deren Herz für grüne Aktivitäten und Projekte schlägt.

Der Verein Primelgrün hat sich selbst so schön und aussagekräftig beschrieben, dass ich von deren Internetseite zitiere, was sie wollen und tun: „Eine bunte Mischung aus begeisterten NaturliebhaberInnen & kreativen Köpfen hat sich zusammengefunden, um ein Zeichen zu setzen für einen intensiven Zugang zur Natur & Umwelt, die Entfaltung & Entwicklung von Kindern & Erwachsenen, die Freiheit der Kreativität, sowie ein entspanntes & entschleunigtes Sein und Tun.“

Dafür haben sie die Erlebniswiese gepachtet und am Freitag war dort Tag der offenen Wiesenpforte. Ich bin über das superschön gestaltete Gelände mit Hochbett, Stockbrotlagerfeuer, Matschspielplatz, Teehaus, Wäldchen undundund spaziert, habe mich mit Anke über das Programm des Vereins unterhalten und das Draußensein genossen. Endlich mal ein Ort, wo auch Erwachsene Naturerfahrungen machen und kreativ sein können. Ich bin bestimmt nicht das letzte Mal dort gewesen

Primelgrün e.V. – Wiesenanschrift: Bardenhorst 15, 33739 Bielefeld

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In der Web- und Färbedeele von Walburga Atkin-Schäper kann man Weben, Spinnen, Wolle kaufen, Filzen. Am Sonntag war dort Lammtag, ein nettes kleines Event bei dem man logischerweise die Lämmer beim Herumspringen beobachten, aber auch Osterleckereien genießen, Wolle und Wolliges kaufen oder einfach im Vorgärtchen der Deele in der Sonne sitzen konnte.

An Christi Himmelfahrt findet dort übrigens eine Staudentauschbörse statt und von 15. Mai bis 24. Juni kann man dort Pflanzenzöglinge kaufen.

Web- und Färbedeele Babenhausen, Am Poggenpohl 30, 33619 Bielefeld.
Verkauf: Mi-Fr 10-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr

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Matsch Fun

Matsch Fun

War ja klar: Gefühlte acht Wochen hat die Sonne am komplett wolkenfreien Himmel gestanden. Und am ersten Wochenende, an dem ich Zeit habe in meinem Garten zu arbeiten (*): Dauerregen. Und zwar dieser fiese feine, der kaum zu sehen ist, aber unglaublich schnell unglaublich nass macht. Und was darf man als Gärtner? Sich noch nichtmal beschweren! Es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern … (ihr wisst schon), die Natur braucht den Regen dringend undsoweiter.

Und tatsächlich, hier 7 Vorteile des Gärtnerns bei Regen:

  • man kann auch bei ballenlosen Pflanzen in aller Ruhe überlegen, wo sie demnächst wachsen sollen
  • zum Angießen muss man wesentlich weniger wassergefüllte Gießkannen Richtung Beet schleppen
  • man sieht, wo Pfützen entstehen und das Beet nicht ordentlich gerade geharkt ist
  • das Hangbeet wird auf Erosionsgefahr getestet
  • man arbeitet ausdauernder und verbringt weniger Zeit mit Teintpflege
  • kein Rasenmähergebrüll aus den Nachbargärten
  • kosten- und mühelos kann man einen Vorrat von dem anlegen, was zum Gärtnern unverzichtbar ist: Wasser (vorrausgesetzt man hat eine Regentonne)

Neun Stunden später und fünf Kilo schwerer (siehe Bild) habe ich immerhin vier neue Beete, einen halbfertigen neuen Sitzplatz, versteckt zwischen Hosta und Apfelbaum gelegen und alle Pflanzen in den Boden bekommen, die dringend rein mussten.

(*) Wie es jemandem gehen muss, der ein ganz klein wenig nur zur Ungeduld neigt, im August umgezogen ist und seit lediglich aus dem Wohnzimmerfenster auf das nahezu jungfräulich oder besser gesagt 17 Jahre ungenutzte und jetzt eigene Stück Garten starren kann, weil – siehe oben, die Wochenenden immer mit Seminaren, Fortbildungen etc. belegt waren –, dafür schon tausende von Plänen geschmiedet und gezeichnet hat, berufsbedingt täglich mit unzähligen Gartenideen bombadiert wird, von denen es einige schaffen, zum „das will ich auch“-Traum aufzusteigen, das Gartenjournalistin/Gärtnerin-Leben wegen der Liebe zu Pflanzen und Natur und einem ausgeprägten Macher-Gen gewählt hat, außerdem Gartennachmieterin und Powerfrühling im Nacken hat, kann sich der ein oder andere vielleicht vorstellen.

Jetzt atmen!

Einmal waschen und wachsen bitte

Ich gebe zu, mein Auto macht gerade harte Zeiten durch. Ich löse meinen alten Garten auf und transportiere täglich Pflanzen, erdverkrustete Spaten und eine in Jahren angelegte Sammlung an Blumentöpfen in seinem Minikofferraum. Als ob innere Verunreinigung nicht genug wäre,  hatten sich zwei Tauben derart heftig auf Motorhaube, Dach und Windschutzscheibe verewigt, dass ein Besuch in der Waschanlage unabwendbar war.
Ich verbrachte meinen Samstag also wie ein guter Deutscher: Erst Garten ausmisten, dann am Recyclinghof in die Schlange stellen, um das Ausgemistete entsorgen zu dürfen, anschließend Autowäsche.

Offensichtlich hatten alle anderen Bielefelder Autobesitzer ihren Wagen schon längst frühlingsfrisch gemacht oder die Szene ließ wo anders heißwachsen. Statt mich freundlich zu begrüßen, raunzte mich der Autowaschanlagenfacharbeiter an: „Alter, wie sieht denn dein Auto aus??!!“ Da ich es ja nicht selbst vollgeschissen hatte, hoffte ich auf Mitgefühl: „Ja, heftig, oder?“ „Ey schau dir mal an, wie das aussieht! Wie willst du das denn sauber kriegen, da muss du schon 20 mal hier durchfahren!“

Ich aber hatte einen Tag, an dem das Postivdenken mir leicht fällt und war mir ziemlich sicher, das Problem mit einer einzigen Wäsche beheben zu können, außerdem wenig Lust unnötige Summen in die Autowäsche zu investieren und vor allem hätte ich statt beschimpft zu werden, gerne endlich mit der ersten der von ihm angedrohten 20 Wäschen angefangen. Mein Vorschlag wurde wutschnaubend und mit einem dahingeschnodderten „Na wenn du meinst…“ akzeptiert, während sich die Hand gierig nach meinem Geld streckte.

Endlich durfte ich meinen Wagen durch die heiligen Hallen der Autofetischisten ziehen lassen. Meinetwegen dürfte das Autowaschen Stunden dauern. Ich liebe es zuzusehen, wie weißer, fluffiger Schaum in schweren Tropfen auf die Scheibe platscht, 1000 Lappenfinger das Auto von allen Seiten betasten und wie mir zum Abschieddie flusigen Arme einer Polierschaumkrake  zuwinken. Ich fühle mich wie in der Märchenbahn im Freizeitpark – nur dass Metallica statt mechanisches Vogelgezwitscher den Soundtrack bildet und mir keine Fremden zartpinke Zuckerwattewolken ins Gesicht drücken.

Viel zu schnell wurden Auto und ich wieder ausgespuckt. Kurz dachte ich über den Vorschlag des freundlichen jungen Mannes am „Empfang“ über die 20er-Karte nach. Frisch glänzende Motorhaube, Dach und Windschutzscheibe ohne taubige Souvenirs überzeugten mich jedoch vom Gegenteil.