Matsch Fun

Matsch Fun

War ja klar: Gefühlte acht Wochen hat die Sonne am komplett wolkenfreien Himmel gestanden. Und am ersten Wochenende, an dem ich Zeit habe in meinem Garten zu arbeiten (*): Dauerregen. Und zwar dieser fiese feine, der kaum zu sehen ist, aber unglaublich schnell unglaublich nass macht. Und was darf man als Gärtner? Sich noch nichtmal beschweren! Es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern … (ihr wisst schon), die Natur braucht den Regen dringend undsoweiter.

Und tatsächlich, hier 7 Vorteile des Gärtnerns bei Regen:

  • man kann auch bei ballenlosen Pflanzen in aller Ruhe überlegen, wo sie demnächst wachsen sollen
  • zum Angießen muss man wesentlich weniger wassergefüllte Gießkannen Richtung Beet schleppen
  • man sieht, wo Pfützen entstehen und das Beet nicht ordentlich gerade geharkt ist
  • das Hangbeet wird auf Erosionsgefahr getestet
  • man arbeitet ausdauernder und verbringt weniger Zeit mit Teintpflege
  • kein Rasenmähergebrüll aus den Nachbargärten
  • kosten- und mühelos kann man einen Vorrat von dem anlegen, was zum Gärtnern unverzichtbar ist: Wasser (vorrausgesetzt man hat eine Regentonne)

Neun Stunden später und fünf Kilo schwerer (siehe Bild) habe ich immerhin vier neue Beete, einen halbfertigen neuen Sitzplatz, versteckt zwischen Hosta und Apfelbaum gelegen und alle Pflanzen in den Boden bekommen, die dringend rein mussten.

(*) Wie es jemandem gehen muss, der ein ganz klein wenig nur zur Ungeduld neigt, im August umgezogen ist und seit lediglich aus dem Wohnzimmerfenster auf das nahezu jungfräulich oder besser gesagt 17 Jahre ungenutzte und jetzt eigene Stück Garten starren kann, weil – siehe oben, die Wochenenden immer mit Seminaren, Fortbildungen etc. belegt waren –, dafür schon tausende von Plänen geschmiedet und gezeichnet hat, berufsbedingt täglich mit unzähligen Gartenideen bombadiert wird, von denen es einige schaffen, zum „das will ich auch“-Traum aufzusteigen, das Gartenjournalistin/Gärtnerin-Leben wegen der Liebe zu Pflanzen und Natur und einem ausgeprägten Macher-Gen gewählt hat, außerdem Gartennachmieterin und Powerfrühling im Nacken hat, kann sich der ein oder andere vielleicht vorstellen.

Jetzt atmen!