Glück muss man haben

gluecksnussAb sofort begrüßt mich in meinen Garten ein äußerst freundlich dreinblickendes Wesen. Es hatte sich in einer Dose Erdnüsse versteckt und hängt jetzt in einer von den Weiden, die den Totholzzaun halten.

Schickt mir eure Lieblings-Recycling-Idee für den Garten und gewinnt:

1 von 2 Exemplaren Das Unkraut-Buch oder
1 von 2 Exemplaren Bio-Starter

[contact-form][contact-field label=’Meine Lieblings-Recycling-Idee für den Garten ist:‘ type=’textarea‘ required=’1’/][contact-field label=’Welches Buch möchtest du gewinnen?‘ type=’radio‘ required=’1′ options=’Das Unkraut-Buch,Bio-Starter’/][contact-field label=’Name‘ type=’name‘ required=’1’/][contact-field label=’E-Mail‘ type=’email‘ required=’1’/][/contact-form]

Kleingedrucktes & Teilnahmebedingungen:
Teilnehmen dürfen Bewohner der BRD ab dem 18. Lebensjahr, pro Familie nur eine Person. Die Teilnahme ist nur gültig, mit beantworteter Frage, vollständigem Namen, Wohnort, Emailadresse.
Das Gewinnspiel startet am 11.5.2015, 0.01 Uhr und endet am 22.5.2015 um 23.59 Uhr.
Verlost werden 2×1 Exemplar „Bio-Starter“, 2×1 Exemplar „Das Unkraut-Buch“
Der Gewinner werden per Los von einer neutralen Person gezogen und per Email benachrichtigt.
Die Emailadresse wird nur zur Benachrichtigung im Gewinnfall verwendet und anschließend gelöscht.
Das Buch wird dem Gewinner auf dem Postweg zugestellt.
Es besteht keine Haftung, wenn das Buch auf dem Postweg verloren geht oder beschädigt wird.
Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ich behalte mir vor, das Gewinnspiel abzubrechen.

Herz aus Stein

vorgaerten_uebersicht

Eigentlich wollte ich mich für einen Artikel über Vorgärten im Internet inspirieren lassen. Das Ergebnis der Bildersuche war aber so gruselig (30 von 34 Bildern zeigen mit Steinen, Kies und Schotter totgestaltete Gärten), dass ich statt über schöne Vorgärten jetzt über ein Phänomen schreibe, was mir wirklich Sorgen macht.

Wenn ich solche Vorgärten „in echt“ sehe, läuft mir jedes mal ein kalter Ekel-Schauer über den Rücken und zwar so doll, dass ich im „Garten-Starter“ darüber geschrieben habe : „Für den ersten Eindruck bekommt man keine zweite Chance, heißt es. Welchen Eindruck soll man von Menschen bekommen, die den Vorgarten in eine Geröllhalde mit Buchskugeln verwandeln? Abgesehen davon, dass es nicht natur- und tierfreundlich ist, finden Unkraut oder Ahornsamen zwischen den Steinen ideale Bedingungen, um in Massen auszutreiben. Selbst das Unterfüttern mit Kunststoffgewebe hält sie davon nicht ab. Wie wäre es mit einem dicht bepflanzten Staudenbeet, statt bahnenweise Plastik und kiloweise Steine in den Garten zu karren? Danke! sagen Tiere und Passanten.“

Hier habe ich ja zum Glück etwas mehr Platz, mich über das Thema auszulassen und mit einigen Irrtümern aufzuräumen

„das ist so schön pflegeleicht“: Im ersten Jahr vielleicht. Aber mit der Zeit sammelt sich Erde und Samen zwischen den Steinen. Wer auf der Steinfläche knieen und Unkraut aus den scharfkantigen Steinritzen ziehen angenehm findet, muss mit einer gehörigen Portion Masochismus ausgestattet sein.

„es sollte nicht so viel kosten“: Wer eine solche Geröllhalde „anlegen“möchte, muss laut einem Hersteller für Gartenprodukte Mulchvlies, Metallpins zum Befestigen, Filterkies, noch eine Schicht Vlies als Trennschicht und die Deckschicht aus „Zier“kies auf den Einkaufszettel setzen. Erde dagegen ist in den allermeisten Vorgärten sowieso vorhanden, Pflanzen kann man günstig bei Nachbarn, befreundeten Gärtnern oder auf Pflanzenbörsen bekommen.

„das hat mir mein Gartengestalter empfohlen“: Wer sowas empfiehlt, ist sicherlich vieles, aber kein Gartengestalter. Mit Garten und Gestaltung haben solche Geröllflächen nämlich ähnlich viel gemeinsam, wie eine Plastikrose aus der Kirmesschießbude mit einer süß duftenden Rosa gallica. Dafür verdienen die „Gestaltungsfirmen“ sich mit dem Herankarren von tonnenweise Steinen eine goldene Nase. Der Rest (Nachbarn, Passanten, Tiere, Pflanzenvielfalt) guckt in die Röhre, bzw. noch schlimmer: auf Einheitsgrau.

„Kiesgärten sind gerade modern“: jaaaa, schon, aber ein Kiesgarten entsteht nicht dadurch, dass man sich einen Haufen Steine in den Garten kippt. Wer wissen will, wie ein Kiesgarten angelegt wird, guckt bitte hier oder hier – aber nicht bei Portalen wie gartenundsteine24.de, baustoffhandelxxl.de – oder was auch immer.

Schneck-Attack

schnecken05Heute möchte ich mich einem dunklen Kapitel meines Gärtnerlebens widmen. Es sind die Tage, wo ich darüber nachdenke, in Juan Carlos’scher Tradition mein Amt niederzulegen und „mit der Natur zu gärtnern“, ein schönerer Ausdruck für: den Garten einfach wieder in den Zustand zurückwachsen zu lassen, in dem er war, als ich ihn übernommen habe.

Wie es so weit kommen kann? Ich habe es gewagt, mich eines Frühabends in meinen Garten zu wagen. Was mich erst erschreckt, dann wütend gemacht und jetzt einfach nur noch frustriert, seht ihr hier:

schnecken_trio2

Links: Mein heiß geliebter roter Wiesenkerbel. Heißen Nacktschnecken eigentlich so, weil sie die Pflanzen blatt- und rindenlos hinterlassen??? Müssten sie nicht eigentlich Nackt-Mach-Schnecken heißen? Der Kerbel war spätburgunderrot! Ganze vier Samen hingen noch an dem, was mal eine Blüte war.
Mitte: Eigentlich habe ich für Glitzer einiges über, aber bitte nicht, wenn er aus den Hinterlassenschaften schneckiger Schleimdrüsen entsteht.
Rechts: Womit hat die kleine Glockenblume das verdient?

schnecken03

Entschuldigt die Wortwahl, liebe Blogleser, aber dem Tier auf dem Bild oben will man doch einfach nur noch ein lautes: IHR ARSCHIGEN KRIECHER! entgegen rufen. Nutzt aber nix, Schnecken können nur sehen und fühlen, nicht hören.

schnecken_trio

Aber: Es gibt ihn doch, den Gärtnergott! Er lässt kleine, unerfahrene Schleimscheißerchen mühevoll Pflanzen hochklettern, die sie offensichtlich gar nicht mögen (links). Oder führt die Mollusken* zu Pest Nr. 3+4 in meinem Garten. Vereinzelt findet man Giersch (Mitte) und Japanischen Staudenknöterich (rechts), den sie mit ihrer Radula-Raspelzunge bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet haben.

* so das eingedeutsche Fachwort für ‚Weichtiere‘ – in Wirklichkeit ist es die Abkürzung für: Maul-nicht-vollkriegende-unerwünschte-kiloweise-schöne-Pflanzen-Fresser

Richtig viel Hirn haben sie bei der Verteilung wohl auch nicht abbekommen. Sie fressen sogar den Ast ab, auf dem sie sitzen:

schnecken06

Ab jetzt seht ihr mich nur noch mit Grillzange und Eimer bewaffnet im Garten! Aber dann? Trotz aller Wut, zerschneiden kann ich sie nicht. Für Schneckenkorn sind es glaube ich schon zu viele. Oder ich versuche es mal mit Nematoden? Hat jemand Erfahrung damit?

Kellerkinder

Ich kann auch klassisch schöne Gartenbilder, ehrlich. Die bekommt ihr hier auch noch zu sehen, oder findet sie z.B. Anfang Mai im Landwirtschaftlichen Wochenblatt, für das ich einen Artikel über das Umweltzentrum Heerser Mühle geschrieben habe.

Hier aber ein Tipp für sparsame Gärtner: Geranien (die auf Botanisch Pelargonium heißen) sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber ich liebe sie. Sie erinnern mich an Urlaub am Mittelmeer, wo man oft alte, knorrig gewachsene Pflanzen am Straßenrand sieht oder kleinere Exemplare in Hängetöpfen an den Hauswänden. Geranien sind überhaupt nicht nachtragend, wenn ich mal wieder nicht zum Gießen komme, im Gegenteil. Außerdem mag ich ihren Geruch und die knalligen Blütenfarben. Meine Favoriten sind die aufrecht wachsenden mit samtig-weichen Blättern und Blüten in Omma-Rot und Knall-Pink.

Vor meinem Schlaf- und Arbeitszimmer sind freundlicherweise von Haus aus Balkonkastenhalterungen angebracht und dort steht den Sommer über je ein mit schreiend roten Geranien bepflanzter Kasten. Weil ich lebende Pflanzen nicht wegschmeißen kann, habe ich den Tipp einer Gärtner-Freundin ausprobiert. Und das geht so:

So kommen Geranien über den Winter:

Im Herbst die Geranien von Blättern und Blüten befreien und die Stiele kräftig zurückschneiden, so dass sie etwa noch 1/3 ihrer ursprünglichen Länge haben. Dann stellt man die Pflanzen samt Topf oder Kasten in den Keller. Am besten dunkel und kühl, aber frostfrei.

Den Winter über: nichts tun, außer ab und zu im Keller vorbeischauen, Abgestorbenes entfernen und dem Helfersyndrom „die brauchen doch Wasser…“ widerstehen.

Sobald es im Frühjahr wieder wärmer wird, holt man die Kästen aus dem Untergrund, stellt sie ins Freie und gießt die Pflanzen kräftig. Allerdings: die Pflanzenstummel haben ja nun mehrere Monate im Dunkeln verbracht und sind lichtempfindlich. Also stellt man sie erstmal an einen hellen Ort ohne direkte Sonne und gewöhnt sie langsam an das Draußensein. Pflanzen können übrigens auch Sonnenbrand bekommen! Sind die Nächte noch kühl oder droht Frost, holt man die Pflanzen abends ins Haus.

Auf der Seite www.geranien-pflanzen.de gibt es eine ausführliche Anleitung mit Bildern, allerdings etwas komplizierter mit Erde austauschen usw. Meine Gärtner-Freundin macht das mit ihren Pelargonien aber seit Jahren mit der oben beschriebenen cut&go-Methode und es ist unglaublich, was für kräftige und dauerblühende Pflanzen in ihren Kästen stehen. In sofern… mal sehen, was der Sommer bringt!

Matsch Fun

Matsch Fun

War ja klar: Gefühlte acht Wochen hat die Sonne am komplett wolkenfreien Himmel gestanden. Und am ersten Wochenende, an dem ich Zeit habe in meinem Garten zu arbeiten (*): Dauerregen. Und zwar dieser fiese feine, der kaum zu sehen ist, aber unglaublich schnell unglaublich nass macht. Und was darf man als Gärtner? Sich noch nichtmal beschweren! Es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern … (ihr wisst schon), die Natur braucht den Regen dringend undsoweiter.

Und tatsächlich, hier 7 Vorteile des Gärtnerns bei Regen:

  • man kann auch bei ballenlosen Pflanzen in aller Ruhe überlegen, wo sie demnächst wachsen sollen
  • zum Angießen muss man wesentlich weniger wassergefüllte Gießkannen Richtung Beet schleppen
  • man sieht, wo Pfützen entstehen und das Beet nicht ordentlich gerade geharkt ist
  • das Hangbeet wird auf Erosionsgefahr getestet
  • man arbeitet ausdauernder und verbringt weniger Zeit mit Teintpflege
  • kein Rasenmähergebrüll aus den Nachbargärten
  • kosten- und mühelos kann man einen Vorrat von dem anlegen, was zum Gärtnern unverzichtbar ist: Wasser (vorrausgesetzt man hat eine Regentonne)

Neun Stunden später und fünf Kilo schwerer (siehe Bild) habe ich immerhin vier neue Beete, einen halbfertigen neuen Sitzplatz, versteckt zwischen Hosta und Apfelbaum gelegen und alle Pflanzen in den Boden bekommen, die dringend rein mussten.

(*) Wie es jemandem gehen muss, der ein ganz klein wenig nur zur Ungeduld neigt, im August umgezogen ist und seit lediglich aus dem Wohnzimmerfenster auf das nahezu jungfräulich oder besser gesagt 17 Jahre ungenutzte und jetzt eigene Stück Garten starren kann, weil – siehe oben, die Wochenenden immer mit Seminaren, Fortbildungen etc. belegt waren –, dafür schon tausende von Plänen geschmiedet und gezeichnet hat, berufsbedingt täglich mit unzähligen Gartenideen bombadiert wird, von denen es einige schaffen, zum „das will ich auch“-Traum aufzusteigen, das Gartenjournalistin/Gärtnerin-Leben wegen der Liebe zu Pflanzen und Natur und einem ausgeprägten Macher-Gen gewählt hat, außerdem Gartennachmieterin und Powerfrühling im Nacken hat, kann sich der ein oder andere vielleicht vorstellen.

Jetzt atmen!

Nature rules

Garten-Ansichten heißt die Rubrik und ihr habt euch wahrscheinlich auf Bilder von Gärten gefreut, die vor Schönheit strotzen und nun bekommt ihr nen Schutthaufen vorgesetzt. Zwischen Betonpflaster, akkurat gestutzer Scheinzypressenhecke, Mülltonnen. Einziger Lichtblick: der knallgelb blühende Huflattich (Tussilago farfara).

Was das soll? Ganz einfach: man kann an diesem Bild ziemlich viel über das Gärtnern lernen.

1. Einfalt, nein danke! Erschreckenderweise sind tatsächlich viele Gartenbesitzer der Ansicht, dass ein solcher „Steingarten“ eine feine Sache sei. Leicht zu pflegen und immer ordentlich (der Schutthaufen gehört nicht zur Gestaltung, siehe unten). Die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, die auch für uns Menschen überlebenswichtig ist, wird in solchen Betonwüsten leider per Pflasterstein verdrängt.
Mein Anliegen wäre: Wer einen Garten hat, sollte sich klarmachen, dass er Verantwortung für ein Stück Natur übernimmt. Dieses Stück gehört wie Wälder, Wiesen, Flüsse zum großen Ökosystem Erde – und du hast die Chance es lebenswert zu gestalten. Wie du Vielfalt in den Garten bekommst, erklärt zum Beispiel der NABU.

2. Wer die passende Pflanze wählt, hat schon gewonnen. Der Schutthaufen ist Ergebnis eines Nachbarschaftsstreites. Die Nachbarn können sich nicht einigen, wer die Auffahrt pflastern soll, also tut es keiner. Es profitiert: der Huflattich. Er liebt Boden, der viel Kalk enthält und sich schnell erwärmt und hat sich ganz von selbst zwischen den Steinen angesiedelt.
Der Tipp für alle Gärtner heißt also: erst den Garten kennenlernen, dann bepflanzen. Wenn ich die Pflanzen setze, die mit Boden und Lichtverhältnissen klarkommen, die dort herrschen, braucht es kaum noch Pflege, damit sie wachsen.

3. Pflanzen sind ganz schön schön. Wenn der Huflattich überhaupt bemerkt wird, wird er von den meisten als Unkraut eingestuft. Dabei hat er diese knallgelben Blüten, die auf sehr abgefahren geformten Stängeln sitzen. Außerdem treiben die Blätter erst nachdem der Huflattich geblüht hat – man kann das knallgelb also pur genießen.
Irgendwie ist es doch auch ganz schön zu wissen, dass man sich, wenn man genauer hinsieht, eine Menge Unkraut jäten ersparen kann…

Garten-Ansichten: Schritt für Schritt

gartenvorher01Meine Vormieter haben zwar 17 Jahre in „meiner“ Wohnung gewohnt, den Garten aber nur zum Anlegen eines Komposthaufens genutzt. Dementsprechend gibt es dort Wildwuchs statt Wiese, meterhohe, von unten verkahlte Büsche, Giersch, Giersch und noch mehr Giersch und bis auf eine Terrasse, die ich unter Erde und Unkraut erst freilegen musste eigentlich nichts, was an einen Garten erinnert.

Das „Projekt“ bringt mich an meine Grenzen. Nicht körperlich – da ist die Bewegung eine willkommene Abwechslung von der Schreibtischarbeit. Nicht was den langen Atem angeht – da ist es eher motivierend zu wissen, dass die Arbeit so schnell nicht ausgehen wird.

Was mir zu schaffen macht, ist meine nicht ausgeprägte Geduld. Im Garten geht eben nicht alles von jetzt auf gleich und manches gar nicht. Aus drei kleinen Forsythien wird in diesem Sommer keine die-neugierige-Nachbarin-am-Rübbergucken-hindernde Hecke, ein Kräuterbeet kann man am Nordhang anlegen, aber nur wenn keine Kräuter darin wachsen sollen und bevor ich im Geiste das Gewächshaus aufgebaut habe, sollte ich vielleicht mal „in real“ die Treppe die den Hang hoch zum Garten führt in etwas verwandeln, was nicht schon beim Ansehen verstauchte Gelenke verspricht.

Irgendwie ist es ja auch gut zu wissen, dass selbst im Internetzeitalter nicht alle Wünsche erfüllbar sind, sondern dass es immer noch Dinge gibt, die so schnell gehen, wie sie gehen. Aber könnte das Universum nicht vielleicht in meinem Garten eine Ausnahme machen???