Hoch die Tassen

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Heute wird gefeiert! Der 28. März ist der „Ehrentag des Unkrauts“.

Zur Feier des Tages braue ich mir eine Tasse Kräutertee mit Brennnesseln aus eigener Ernte. Die wuchern nämlich schon wieder fleißig. Und um kurz nach 13.00 Uhr gebe ich bei DRadio Wissen ein Interview zum Thema Unkraut.

Sie sind da

Also ich weiß ganz definitiv, was ich letzten Sommer getan habe. Von Urlaub oder Sonnenstuhl keine Spur. Stattdessen bin ich mit einer riesigen „diese Motive müssen wir fotografieren“-Liste durch Österreichs Gärten gehetzt und bin auf allen Vieren durch Gemüsebeete gerobbt, um zu zentimetergroße Unkraut-Sämlinge zu fotografieren. Es hat sich gelohnt! Herausgekommen ist:

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Der Bio-Starter. Ein neues Buch mit dem Garten-Starter-Team aus Sebastian Ehrl, Nadja Buchczik und mir. Wir zeigen euch, wie man mit biologischen Gärtnern anfängt, warum es viel weniger kompliziert ist, als viele denken und wie schön ein Bio-Garten sein kann. Wir räumen mit Vorurteilen auf, verraten warum es sich lohnt, Bio-Pflanzen zu kaufen und, und, und.

 

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Das Unkraut-Buch. Es handelt (welch Überraschung) von Unkraut. Drinnen findet ihr Texte und Bilder, die helfen dass die unerwünschten Pflanzen im Gemüse- oder Staudebeet nicht allzu übergriffig werden.

Mehr lesen

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Jetzt am Kiosk: 3 x Landleben, 3 x mit Texten von mir

In der LandGarten:

  • Künstlerin Martina Morlok erweckt altes Holz mit ländlichen Motive zu neuem Leben
  • Sternekoch Ernst-Heiner Hüser über Terra Preta, Wurmkompost und alte Nutzpflanzen

In der LandApotheke:

  • Nicht nur für die Fensterbank: Pelargonium als Heilpflanze

In der LandIdee:

  • Schattengärten gestalten: praktische Tipps und Pflanzvorschläge
  • Bestechend schön: Distel-Arten für den Garten

Gärten suchen ein Zuhause

Kokopelli01Zugegeben: So richtig aufgefallen sind die bunt bepflanzten Brotkisten auf dem supersterilen und einödigen Neumarkt nicht wirklich. Die Idee hinter den Kokopelli-Gärten ist aber durchaus unterstützenswert: Annabelle Mayntz und Pip Cozens von Art at Work bieten Bielefelder Kindern und Jugendlichen einen Ort, wo sie alles über Obst und Gemüse und gesunde Ernährung lernen können und zwar in Theorie und Praxis.

Jetzt müssen die Kokopelli-Gärten den Neumarkt verlassen, weil dort ein Hotel gebaut werden soll. Weil noch nicht feststeht, ob und wo die mit Kohl und Kräuter bepflanzten Kisten ein neues Zuhause finden werden, hat Transition Town Bielefeld angeboten, Asyl zu gewähren.

Um im Garten am Grünen Band gedeihen zu können, findet am Samstag, 28.6. der Umzug statt. Dieser ist so geplant:

11 Uhr: Abbauen & Bulli beladen (Neumarkt)
12 Uhr Ausladen & Aufstellen (TT-Garten)
15 Uhr: Fahrradprotestkorso mit den letzten Kisten über den Kesselbrink, Jahnplatz, Niederwall, dann Heeperstraße mit Glocken, Klingeln, Bannern, Musik, was uns bis dahin noch einfällt, wir beteiligen uns unter dem Motte „Kohlrabi statt Kommerz“ auf unsere Art am NRW Tag.
Rückmeldung wegen mithelfen bitte an Annabelle & Pip von Art at Work: Tel. 0521-65964 bzw. www info@art-at-work.org.

Das Mithelfen ist übrigens auch ein guter Termin, sich mal ein wenig bei den TTlern umzusehen. In den Gemeinschaftsgärten darf nämlich jeder mitarbeiten, Gartenwissen austauschen oder ansammeln oder einfach nur die kleine grüne Oase in der Stadt genießen. Von März bis Oktober wird dort jeden Samstag von 14 Uhr bis zur Dämmerung gegärtnert.

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Herz aus Stein

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Eigentlich wollte ich mich für einen Artikel über Vorgärten im Internet inspirieren lassen. Das Ergebnis der Bildersuche war aber so gruselig (30 von 34 Bildern zeigen mit Steinen, Kies und Schotter totgestaltete Gärten), dass ich statt über schöne Vorgärten jetzt über ein Phänomen schreibe, was mir wirklich Sorgen macht.

Wenn ich solche Vorgärten „in echt“ sehe, läuft mir jedes mal ein kalter Ekel-Schauer über den Rücken und zwar so doll, dass ich im „Garten-Starter“ darüber geschrieben habe : „Für den ersten Eindruck bekommt man keine zweite Chance, heißt es. Welchen Eindruck soll man von Menschen bekommen, die den Vorgarten in eine Geröllhalde mit Buchskugeln verwandeln? Abgesehen davon, dass es nicht natur- und tierfreundlich ist, finden Unkraut oder Ahornsamen zwischen den Steinen ideale Bedingungen, um in Massen auszutreiben. Selbst das Unterfüttern mit Kunststoffgewebe hält sie davon nicht ab. Wie wäre es mit einem dicht bepflanzten Staudenbeet, statt bahnenweise Plastik und kiloweise Steine in den Garten zu karren? Danke! sagen Tiere und Passanten.“

Hier habe ich ja zum Glück etwas mehr Platz, mich über das Thema auszulassen und mit einigen Irrtümern aufzuräumen

„das ist so schön pflegeleicht“: Im ersten Jahr vielleicht. Aber mit der Zeit sammelt sich Erde und Samen zwischen den Steinen. Wer auf der Steinfläche knieen und Unkraut aus den scharfkantigen Steinritzen ziehen angenehm findet, muss mit einer gehörigen Portion Masochismus ausgestattet sein.

„es sollte nicht so viel kosten“: Wer eine solche Geröllhalde „anlegen“möchte, muss laut einem Hersteller für Gartenprodukte Mulchvlies, Metallpins zum Befestigen, Filterkies, noch eine Schicht Vlies als Trennschicht und die Deckschicht aus „Zier“kies auf den Einkaufszettel setzen. Erde dagegen ist in den allermeisten Vorgärten sowieso vorhanden, Pflanzen kann man günstig bei Nachbarn, befreundeten Gärtnern oder auf Pflanzenbörsen bekommen.

„das hat mir mein Gartengestalter empfohlen“: Wer sowas empfiehlt, ist sicherlich vieles, aber kein Gartengestalter. Mit Garten und Gestaltung haben solche Geröllflächen nämlich ähnlich viel gemeinsam, wie eine Plastikrose aus der Kirmesschießbude mit einer süß duftenden Rosa gallica. Dafür verdienen die „Gestaltungsfirmen“ sich mit dem Herankarren von tonnenweise Steinen eine goldene Nase. Der Rest (Nachbarn, Passanten, Tiere, Pflanzenvielfalt) guckt in die Röhre, bzw. noch schlimmer: auf Einheitsgrau.

„Kiesgärten sind gerade modern“: jaaaa, schon, aber ein Kiesgarten entsteht nicht dadurch, dass man sich einen Haufen Steine in den Garten kippt. Wer wissen will, wie ein Kiesgarten angelegt wird, guckt bitte hier oder hier – aber nicht bei Portalen wie gartenundsteine24.de, baustoffhandelxxl.de – oder was auch immer.

Was blüht denn da – Mai

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Diese tuffig-luftig-leichten Blütenwölkchen sieht man zur Zeit an vielen Straßenrändern.

Es ist der Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) Familienmitglied der Doldenblütler, zu denen auch Möhre, Fenchel und Dill gehören. Ist der nicht wunderwunderschön? Ich hole mir immer einen dicken Strauß davon für die Bodenvase. Er muss allerdings schnell ins Wasser, sonst lässt er sich hängen. Angeblich soll man den frischen Austrieb auch als Würzmittel nehmen können. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert. Ihr?

Für meinen Garten habe ich mir den ‚Ravenswing‘, den schwarzen Wiesenkerbel gekauft. Hier seht ihr ihn. Es ist das schlanke dunkle Gewächst mit hellen Blüten auf dem mittleren Bild. Ich hoffe, dass er sich in meinem Garten wohlfühlt. Dann sät er sich Black Box-Gardening-mäßig aus.

Maiglöckchen im Berufsverkehr

tram01Es ist doch immer wieder erstaunlich und vor allem erfreulich, wie friedlich, freundlich und kommunikativ Menschen sind, wenn sie im lärmig-hektischen Berufsverkehr einen mit Pflanzen reisenden Menschen entdecken.

Erlebnis 1: mit Maiglöckchen für meine Gastgeberin in der Straßenbahn
Ich werde angelächelt, beim Einsteigen vorgelassen und schließlich von einem alleinreisenden Herren angesprochen. Er gibt mir freundlich Tipps zur Pflanzung (halbschattig, breitet sich aus) und ich ihm das Gefühl, er würde mir bisher Ungewusstes erzählen. Die kleinen weißen Kugelglöckchen nicken zustimmend. Auch deren herrlichen Duft erwähnt der Mann. Einziger Wehmutstropfen: Leider schaffen sie es nicht, sein Waschabstinenzler-Aroma zu überdecken.

Erlebnis 2: mit zwei Kisten voller Pflanzen, ebenfalls in der Straßenbahn
Es war ein langer, anstrengender Tag, der mich unter anderem zu Sarastro Stauden, eine von Europas berühmtesten Staudengärtnereien geführt hat. Natürlich konnte ich einige Pflanzen nicht ungekauft lassen. Ich bin jetzt in der Straßenbahn mit zwei Pappkisten voller Pflanzen auf dem Weg vom Buchverlag für den ich unterwegs war zu meiner Münchener Unterkunft . Die Kisten kann ich in einer Ecke abstellen. Ich bin geschafft und dankbar für einen Sitzplatz, der in einiger Entfernung frei ist. So ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, zu wem die Pflanzen gehören.
Zwei Studenten steigen ein, gucken immer wieder verwundert Richtung Pflanzen und beginnen zu mutmaßen: handelt es sich um eine Maßnahme der MVG, die Tramfahrerei angenehmer zu machen? Hat jemand die Pflanzen vergessen? Was passiert wohl, wenn sie sich eine rausnehmen?
Langsam werde ich nervös.
Ich gebe mich als Besitzer zu erkennen und wir nehmen uns gemeinsam vor, der MVG ein Begrünungsprojekt vorzuschlagen. Am Stachus gehen wir lachend und ein wenig weniger müde auseinander.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Und wieso hat eigentlich noch niemand ein bepflanzbares Handtäschchen erfunden? So könnte man seine Lieblingspflanze oder die, deren Blütenfarbe gerade zum Outfit passt überall hin mitnehmen. Also, liebe Kreativlinge oder Existenzgründungsideensucher – ich freue mich auf eure Entwürfe!