Ich kenn‘ einen, der kennt einen

bluemchenfutterDrei Menschen mit einer großartigen Idee habe ich auf der IPM, der Internationalen Pflanzenmesse kennengelernt. Dort trifft sich immer im Januar die Gärtner-Szene und informiert sich über neue Pflanzenzüchtungen, Maschinen und eben andere gartenrelevante Produkte.

Die Idee der Drei: Aus den Abfallstoffen der Bio-Kakao-Produktion stellen sie „Pimp My Gärtchen“ und „Blümchenfutter“ her. Beides sind organische Dünger aus biologischen Reststoffen. Bei der Produktion fällt kein Abfall an, die Verpackung ist größtenteils aus recycltem Papier und sieht auch noch gut aus – alles  in allem also ein Produkt, für gärtnernde Menschen, denen der Rest der Welt nicht egal ist.

In einem Film erzählen die promovierten Agrar- und Gartenbauwissenschaftlerinnen Ines Eichholz und Sabine Schäfer und der diplomierte Wirtschaftsingenieur Daniel Kania, wie der Dünger hergestellt wird. Wer das sehen möchte, klickt & guckt hier oder auf der Internetseite.

Um so froher war ich, als ich die Dünger gestern bei Riemeier am Jahnplatz gesehen habe. Ich kaufe dort gerne ein, wegen der Auswahl an Gärtner-Hilfsutensilien und der guten und freundlichen Beratung. Beim Recherchieren für diesen Artikel habe ich erfahren, dass es das Unternehmen schon seit 1847, also seit 167 Jahren gibt. Und das, wo man den Eindruck hat, dass nur noch die Mega-Gartencenter überleben. Angefangen hat alles mit dem Gärtnermeister des Alten Friedhofs, einem Julius Frieber, der Sämereien in Tütchen abfüllte und verkaufte. Seine Nach-Nach-Nach-Nach-(…)folger haben wie ich die drei Start-Upper von GreenLab Berlin auf der IPM kennengelernt und die Dünger ins Sortiment aufgenommen. Hurra!

http://greenlabberlin.com/

Ich habs doch immer gesagt

In England ist die Welt einfach ein Stückchen besser, zumindest was das Thema Garten angeht. (Obwohl mir noch diverse Dinge mehr einfallen, die ich dort toll finde.)

Gäbe es solche Gartensendungen im deutschen Fernsehen, ich würde mit Freude GEZ-Gebühren bezahlen.

Eine sympathische Gärtnerin, ein wunderschöner, weil nicht piekfein und oberperfekter Garten, klasse Tipps zum Nachmachen und das alles in ohrenschmeichelndem britischen Englisch – herrlich! Wer da keine Lust bekommt, zu Schaufel und Salatpflanze zu greifen und loszulegen, der scheint mir verdächtig.

Mein Tipp:
Kohlrabi, Kopfsalate, Möhren, Mangold, Radieschen, späte Porreesorten, Busch- und Stangenbohnen könnt ihr jetzt noch aussäen.

 

Atomkraftwerk im Vorgarten?

Hier kommt die Rettung für alle, die sich gegen den Bau einer Autobahn, eines Windparks oder Atomkraftwerks im Vorgarten wehren möchten.

Leiht euch Feldhamster – wo die leben, ist ein Baustopp nur noch eine Frage von Stunden, Mausohren (ideal, wenn Ruinen erhalten werden sollen) oder Fetthennen-Bläulinge (neu im Sortiment). Auch der Dreilappiger Rosskümmel, der Langblättrige Ehrenpreis oder die Krebsschere können weiterhelfen.
Ihr habt keine Ahnung, welches „Produkt“ das passende für euer Problem ist? Dann schnell die FHV-App angeschmissen und nachgeschaut.

P.S. Gönnt euch den Spaß und lest erst alles in Ruhe durch, bevor ihr das Impressum anschaut. Ich hab mich königlich amüsiert.

Aus Frust wird Lust

Shopping hilft eben doch gegen all die seelischen Wehwehchen, die das Leben eben so mit sich bringt…

Der Plan: Am Samstag gaaaaanz schnell in meine Lieblingsgärtnerei fahren, ein paar Pflanzen zum Verschenken kaufen und wieder heim.

Die Realität: Los fahre ich mit schlechter Laune und dem Vorsatz: falls ich was für meinen Garten finde, darf es mit. „falls“… – ha, ha! Wer mich je beim Besuch einer Gärtnerei erlebt hat und auch nur im entferntesten etwas mit Pflanzen anfangen kann, weiß wie so ein Vorsatz endet. Außerdem handelte es sich ja nicht um irgendeine Gärtnerei, sondern den Bioland-Betrieb Rasche in Hiddenhausen bei Herford.

Das Ergebnis: Sehr schöne Verschenkpflanzen gefunden – was es ist und für wen kann ich nicht verraten, weil die Beschenkung erst stattfindet. Aber: aus dem „falls ich was für meinen Garten finde“ ist eine riesen Kiste mit Stauden geworden. Eigentlich habe ich alles, was das Sortiment für meinen halbschattigen Garten hergibt mitgenommen. Aber was viel wichtiger ist: die schlechte Laune war verflogen!

Der Werbeblock: Die Rasches produzieren über 300 Sorten Heilpflanzen und Kräuter, mindestens genau so viele Stauden, außerdem Jungpflanzen von besonderen Tomaten- und anderen Gemüsesorten. Es ist dort herrlich ruhig, dank Buchenhecken, Fachwerkhäusern (die nicht zum Betrieb gehören, aber eben fürs besondere Ambiente sorgen) und Schaubeeten wunderschön und Thomas Rasche und seine Frau wissen zu jeder Pflanze noch den besonderen Tipp.

Die Pflanzen sind dank der Bioproduktion sowas von gesund und kräftig, manche bekommt man kaum aus der Palette gezogen, so stark wurzeln die Ballen auf dem Boden oder man hat das Gefühl, der Topf platzt gleich, so prall ist er vor lauter Wurzeln, bei den Maiglöckchen wuchsen mehrere Seitentriebe aus dem Topf heraus. Ich habe mit den Pflanzen nur gute Erfahrung gemacht, was Gesundheit und Anwachsen angeht.

Gärtnerei Familie Rasche, Ortsweg 30, 32130 Hiddenhausen, www.gaertnerei-rasche.de
Verkauf: April-Ende Juni + Mitte August-Ende September: Di 10-13+15-18 Uhr, Sa: 10-13 Uhr

Ein paar Frühjahrs-Impressionen aus der Gärtnerei Rasche

Buch gewinnen!

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Am 23. April ist „UNESCO-Welttag des Buches“, da will ich als Lesesüchtige und Buchautorin natürlich mitfeiern!

Aus Freude über diesen Ehrentag verlose ich 3 x 1 Exemplar vom
Garten-Starter von Sebastian Ehrl & Jutta Langheineken (blv Verlag – ISBN-10: 3835412604)

Um zu gewinnen, hinterlasst einen Kommentar mit eurem Lieblings-Gartentipp.
Einsendeschluss ist 4. Mai 2014 um 23.59 Uhr

Mehr zu der Aktion „blogger schenken lesefreude“ findet ihr übrigens hier. Eine Beschreibung vom Buch und einen Einblick zum Inhalt gibts hier.

 

Kleingedrucktes & Teilnahmebedingungen:
Teilnehmen dürfen Bewohner der BRD ab dem 18. Lebensjahr, pro Familie nur eine Person.
Die Verlosung startet am 23.4.2014 und endet am 4.5.2014 um 23.59 Uhr.
Der Gewinner wird per Email an die Kommentieradresse benachrichtigt.
Die Emailadresse wird nur zur Benachrichtigung im Gewinnfall verwendet und anschließend gelöscht.
Das Buch wird dem Gewinner auf dem Postweg zugestellt.
Es besteht keine Haftung, wenn das Buch auf dem Postweg verloren geht.
Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ich behalte mir vor, das Gewinnspiel abzubrechen.

Mach dich frei!

„20 Stunden arbeiten und damit die Welt retten“ so die sehr stark verkürzte These von Niko Paech, Volkswirtschaftler, Nachhaltigkeitsforscher und Umweltökonom. Wenn man sich in der „alternativ leben“-Szene umtut, eine Name auf den man immer wieder stößt.

Um so froher war ich, als ich erfuhr, dass der Papst der Postwachstumsökonomie in Steinhagen einen Vortrag hält. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse können andere bestimmt besser widergeben. Unten habe ich ein paar Links gesammelt, wo Menschen dies tun. Ich will hier weitergeben, welche konkreten Anregungen ich mitgenommen habe.

  • Freiheit = frei machen Das lasse man sich mal auf der Zunge zergehen. Ich überlege also, von welchen Dingen ich mich verabschieden kann, statt zu überlegen, welche Dinge mir Freiheit versprechen.
  • Denn: Alles was ich besitze verbraucht Lebenszeit. Ich muss es auswählen, kaufen, Geld für den Kauf ranschaffen, benutzen, pflegen, entsorgen. Je mehr ich will, desto mehr muss ich verdienen, je mehr ich habe, desto größer muss meine Wohnung/Unterstellmöglichkeit sein, desto mehr ich wiederum verdienen etc. Reduktion ist also nicht Verzicht oder Unfreiheit sondern Befreiung.
  • Sprich: Lieber weniger besitzen, dafür bewusster damit umgehen, es bewusster genießen
  • Selbstversorgung in den Alltag integrieren: Hier kommt das 20 Stunden-Ding ins Spiel. Es geht nicht darum, den globalen Handel zu verteufeln und allen Produkten zu entsagen. Sondern zu überlegen, was ich wirklich kaufen muss und was ich teilen, intensiver nutzen und selber machen kann.
  • Statt Kapital das „soziale Kapital“ nutzen. Also: Mit anderen zusammenschließen und Dinge, die man nicht täglich braucht teilen. (Auto, Kamera, Rasenmäher) Das ganz in einem kleinen, überschaubaren Kreis, wo man sich kennt und vertraut. Oder gemeinsam Gemüse anbauen, Dinge reparieren und das Wissen der anderen nutzen.
  • Die Energiewende ist ein Schönwaschprogramm, denn Technik ist auf Dauer keine Lösung. Es wird der Welt nicht helfen, wenn man versucht, „umweltschonend“ mehr Energie zu erzeugen, sondern wenn man Energie spart.
  • Alles was wir tun hat einen ökologischen Preis.
  • Das Wort „souverän“ wieder im eigentlichen Sinne denken. Wenn ich souverän, also autonom/unabhängig/eigenständig bin, bin ich nicht erpressbar. So schlimm man die Verflechtungen von Politik und Wirtschaft finden mag, wenn ich nicht mehr konsumiere, sind die beiden machtlos.
  • Die Politik braucht aber auch Signale wie „wir halten es aus, wenn in unserer Stadt keine Autobahn gebaut wird“. Laut einer Studie (leider weiß ich nicht mehr, welche) reagiert die Polititk schon, wenn nur 5% etwas radikal anders machen, schließlich sind das wichtige Wählerstimmen. Ist doch sehr ermutigend, dass man auch als Minderheit etwas erreichen kann.

Danke für den spannenden Abend, Herr Paech. Es war schön jemanden zu hören, der die Worte Nachhaltigkeit und Freiheit nicht als Floskeln oder Verkaufsargumente nennt, sondern eine tiefere Idee dazu hat. Viele seiner Anregungen sind mir nicht unbekannt gewesen. Sie aber von einem Volkswirtschaftler zu hören, der diese Ideen lebt und darlegen kann dass eine solche Gesellschaft kein Haufen von Spinnern sondern ein zukunftsfähiges Konstrukt ist, hat eben eine andere Wirkung, als darüber zu lesen.

Links zu Niko Paech:

Interview im Tagesspiegel
Artikel in der Zeit
Materialien zur Ringvorlesung „Postwachstumsökonomie“

Mich juckts im Zeichenfinger

Mit einem Stift Spuren auf Papier zu hinterlassen, hat mir schon immer großes Vergnügen bereitet. Jetzt kann ich zwei Hobby auf einmal nachgehen: kritzeln und krauten!

Direkt nach dem Erscheinen habe ich mir das Gartenkritzelbuch von Lilli L’Arronge und Cornelia Haas gegönnt. Heute habe ich Secret Garden von der schottischen Illustratorin Johanna Basdon entdeckt. Das Buch mit packpapierbraunem Umschlag und den feinen Zeichnungen ist sooo schön – eigentlich hätte ich gleich zwei Exemplare bestellen sollen. Eins zum Ausmalen, eins um die Strichzeichnungen in schwarz-weiß zu genießen. Bis Mittwoch muss ich warten, dann kann ich es im Buchladen abholen! Und hier könnt ihr lesen, was die Zeichnerin selber über ihr Buch schreibt. Natürlich gibts das auch auf Deutsch.

SecretGarden_Basdon

Du musst unbedingt mal meine Mutter kennenlernen

Gegärtnert habe ich quasi schon immer. Geschenkt bekam ich Stecklinge statt Schokolade, das Trinkgeld meiner Schülerjobs wurde auf dem Markt in Blumensträuße umgesetzt, ab und zu „besorgte“ ich mir in Gärten auf meinem Schulweg Ableger, die dann in mein Beet im Garten meiner Elter wanderten. Später kamen die ersten Jobs in Gärtnereien, 1992 das Gartenbau-Studium in Hannover.

„Da musst du unbedingt mal meine Mutter kennenlernen“ war die Standardantwort, wenn ich auf Uni-Partys nette junge Männern kennenlernte und ihnen von meinem Studium erzählte. Nicht die Reaktion, die ich mir erhofft hatte…

Über 20 Jahre später werde ich von Leuten meines Alters in neu gepachtete Schrebergärten eingeladen um mein Urteil abzugeben, nach guten Gärtnereien in der Umgebung gefragt oder um Rat für kranke Zimmerpflanzen gebeten. Eine schöne Entwicklung!

Wie lange seid ihr schon dabei? Was macht Spaß? Was nervt?
Ich freue mich auf eure Garten-Geschichten!

Gut gesummt, Biene

Herzlich willkommen, ihr Lieben!

Es schreibt euch Jutta Langheineken, Gartenjournalistin, Buch-Autorin, Texterin, Gärtnerin, Kreativfee, Dauerneugierige, Frischluftjunkie, Handarbeiter. Und ich liebe das Leben! Meins ist abwechslungsreich, teilweise spannend, manchmal nervig und voll mit Dingen, die es sich lohnt, weiterzuerzählen.

summ, summ, summ! (mit Ausrufungszeichen!) Von Blüte zu Blüte schweben, hier zwischen Offensichtlichem das Besondere entdecken, da länger bleiben, von jedem Besuch etwas mitnehmen und mit der Natur verbunden sein. Dieses Blog möchte ich mit nachahmenswerten oder entdeckenswürdigen Dingen füllen, mit Geschichten die das Leben mich erleben lässt. Ich will von Aktivitäten und Aktivisten erzählen, die es zu unterstützen lohnt und von Ideen, die das Leben schöner machen.

summ, summ, summ! aber auch, weil Musik zu einem echt guten Leben einfach dazugehört.

Ich freue mich, wenn ihr konsumiert, kommentiert, inspiriert, weiterempfehlt, euch bemerkbar macht oder still genießt.

Eure Jutta