Was blüht denn da – März

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Ein baumgroßes Exemplar steht auf dem Parkplatz unterhalb der Sparrenburg.

Wenn die Zaubernussblüten sich verabschiedet haben und noch bevor die aufdringlich postautogelben Forsythienblüten sich öffnen, schickt die Kornelkirsche (Cornus mas) ihre zitronenfarbigen Blütendolden in den Wettstreit um potentielle Bestäuber. Insektenfutter ist um diese Jahreszeit rar, aber nicht nur deshalb lohnt es sich Kornelkirschen zu pflanzen. Im Spätsommer können Vögel und Menschen sich am Strauch sattessen. Die glänzenden länglichen roten Früchte schmecken süß-säuerlich, man kann Marmelade oder Likör daraus machen. Welche reif sind, erkennt man daran, dass sie sich leicht vom Stiel lösen lassen. Die unreifen sehen genau so aus, schmecken aber sehr herb. Man kann sie als „falsche Oliven“ einlegen.

Noch mehr Fakten zur Kornelkirsche:

  • Das Holz ist extrem hart und geht im Wasser unter.
  • Das Laub färbt sich im Herbst orange-rot.
  • Ungeduldig auf die Blüten Wartende können im Winter Zweige schneiden und auf der Fensterbank zum Blühen bringen.
  • im Garten pflanzt man die Kornelkirsche am besten an einen sonnigen, maximal halbschattigen Platz auf durchlässigen und kalkhaltigen Boden.

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Sie sind da

Also ich weiß ganz definitiv, was ich letzten Sommer getan habe. Von Urlaub oder Sonnenstuhl keine Spur. Stattdessen bin ich mit einer riesigen „diese Motive müssen wir fotografieren“-Liste durch Österreichs Gärten gehetzt und bin auf allen Vieren durch Gemüsebeete gerobbt, um zu zentimetergroße Unkraut-Sämlinge zu fotografieren. Es hat sich gelohnt! Herausgekommen ist:

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Der Bio-Starter. Ein neues Buch mit dem Garten-Starter-Team aus Sebastian Ehrl, Nadja Buchczik und mir. Wir zeigen euch, wie man mit biologischen Gärtnern anfängt, warum es viel weniger kompliziert ist, als viele denken und wie schön ein Bio-Garten sein kann. Wir räumen mit Vorurteilen auf, verraten warum es sich lohnt, Bio-Pflanzen zu kaufen und, und, und.

 

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Das Unkraut-Buch. Es handelt (welch Überraschung) von Unkraut. Drinnen findet ihr Texte und Bilder, die helfen dass die unerwünschten Pflanzen im Gemüse- oder Staudebeet nicht allzu übergriffig werden.

Was blüht denn da – März

1.000 mal dran vorbeigefahren, 1.000 mal bestaunt und nie eine Ahnung gehabt, was das eigentlich ist? Diese Rubrik hilft weiter. Hier erkläre ich Blühendes und Baumiges in und um Bielefeld. Für Tipps bin ich immer dankbar!

Heute: Das blaue Blütenmeer im Park Heeper- Ecke Teutoburger Straße.
Hier blüht Blaustern, botanisch Scilla.

Blaues Blütenmeer geht übrigens auch im Garten. Scilla…

… wächst gut im Halbschatten bis Schatten, wenn keine Staunässe herrscht
… ist sehr gut winterhart
… pflanzt man im Herbst als Zwiebeln
… vermehrt sich selbst, wenn man die Blütenstände und Blätter erst nach dem Abtrocknen abschneidet
… gibts auch in weiß

Nature rules

Garten-Ansichten heißt die Rubrik und ihr habt euch wahrscheinlich auf Bilder von Gärten gefreut, die vor Schönheit strotzen und nun bekommt ihr nen Schutthaufen vorgesetzt. Zwischen Betonpflaster, akkurat gestutzer Scheinzypressenhecke, Mülltonnen. Einziger Lichtblick: der knallgelb blühende Huflattich (Tussilago farfara).

Was das soll? Ganz einfach: man kann an diesem Bild ziemlich viel über das Gärtnern lernen.

1. Einfalt, nein danke! Erschreckenderweise sind tatsächlich viele Gartenbesitzer der Ansicht, dass ein solcher „Steingarten“ eine feine Sache sei. Leicht zu pflegen und immer ordentlich (der Schutthaufen gehört nicht zur Gestaltung, siehe unten). Die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, die auch für uns Menschen überlebenswichtig ist, wird in solchen Betonwüsten leider per Pflasterstein verdrängt.
Mein Anliegen wäre: Wer einen Garten hat, sollte sich klarmachen, dass er Verantwortung für ein Stück Natur übernimmt. Dieses Stück gehört wie Wälder, Wiesen, Flüsse zum großen Ökosystem Erde – und du hast die Chance es lebenswert zu gestalten. Wie du Vielfalt in den Garten bekommst, erklärt zum Beispiel der NABU.

2. Wer die passende Pflanze wählt, hat schon gewonnen. Der Schutthaufen ist Ergebnis eines Nachbarschaftsstreites. Die Nachbarn können sich nicht einigen, wer die Auffahrt pflastern soll, also tut es keiner. Es profitiert: der Huflattich. Er liebt Boden, der viel Kalk enthält und sich schnell erwärmt und hat sich ganz von selbst zwischen den Steinen angesiedelt.
Der Tipp für alle Gärtner heißt also: erst den Garten kennenlernen, dann bepflanzen. Wenn ich die Pflanzen setze, die mit Boden und Lichtverhältnissen klarkommen, die dort herrschen, braucht es kaum noch Pflege, damit sie wachsen.

3. Pflanzen sind ganz schön schön. Wenn der Huflattich überhaupt bemerkt wird, wird er von den meisten als Unkraut eingestuft. Dabei hat er diese knallgelben Blüten, die auf sehr abgefahren geformten Stängeln sitzen. Außerdem treiben die Blätter erst nachdem der Huflattich geblüht hat – man kann das knallgelb also pur genießen.
Irgendwie ist es doch auch ganz schön zu wissen, dass man sich, wenn man genauer hinsieht, eine Menge Unkraut jäten ersparen kann…