Garten-Ansichten: Schritt für Schritt

gartenvorher01Meine Vormieter haben zwar 17 Jahre in „meiner“ Wohnung gewohnt, den Garten aber nur zum Anlegen eines Komposthaufens genutzt. Dementsprechend gibt es dort Wildwuchs statt Wiese, meterhohe, von unten verkahlte Büsche, Giersch, Giersch und noch mehr Giersch und bis auf eine Terrasse, die ich unter Erde und Unkraut erst freilegen musste eigentlich nichts, was an einen Garten erinnert.

Das „Projekt“ bringt mich an meine Grenzen. Nicht körperlich – da ist die Bewegung eine willkommene Abwechslung von der Schreibtischarbeit. Nicht was den langen Atem angeht – da ist es eher motivierend zu wissen, dass die Arbeit so schnell nicht ausgehen wird.

Was mir zu schaffen macht, ist meine nicht ausgeprägte Geduld. Im Garten geht eben nicht alles von jetzt auf gleich und manches gar nicht. Aus drei kleinen Forsythien wird in diesem Sommer keine die-neugierige-Nachbarin-am-Rübbergucken-hindernde Hecke, ein Kräuterbeet kann man am Nordhang anlegen, aber nur wenn keine Kräuter darin wachsen sollen und bevor ich im Geiste das Gewächshaus aufgebaut habe, sollte ich vielleicht mal „in real“ die Treppe die den Hang hoch zum Garten führt in etwas verwandeln, was nicht schon beim Ansehen verstauchte Gelenke verspricht.

Irgendwie ist es ja auch gut zu wissen, dass selbst im Internetzeitalter nicht alle Wünsche erfüllbar sind, sondern dass es immer noch Dinge gibt, die so schnell gehen, wie sie gehen. Aber könnte das Universum nicht vielleicht in meinem Garten eine Ausnahme machen???

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