Frieli, Blubu, Bübu, Plata & ich

Nein, es geht nicht um die nächste Generation der Teletubbies, sondern um acht imposante Bielefelder Bäume, die als Zeitzeugen auserwählt wurden. Ehrenamtliche Baumpaten berichten aus dem Leben der Bäume. Das hier ist die offzielle Seite des Projektes. Dort findet ihr eine Beschreibung von allen Bäumen und erfahrt, wie ihr mitmachen könnt und wann Führungen zu den Bäumen stattfinden.

Ich bin ab heute die Baumpatin für Plata, die 270 Jahre alte Platane am Niederwall/Ecke Am Bach. Hier könnt ihr mitlesen, Bilder gucken und natürlich auch selbst was schreiben.

Was blüht denn da – März

1.000 mal dran vorbeigefahren, 1.000 mal bestaunt und nie eine Ahnung gehabt, was das eigentlich ist? Diese Rubrik hilft weiter. Hier erkläre ich Blühendes und Baumiges in und um Bielefeld. Für Tipps bin ich immer dankbar!

Heute: Das blaue Blütenmeer im Park Heeper- Ecke Teutoburger Straße.
Hier blüht Blaustern, botanisch Scilla.

Blaues Blütenmeer geht übrigens auch im Garten. Scilla…

… wächst gut im Halbschatten bis Schatten, wenn keine Staunässe herrscht
… ist sehr gut winterhart
… pflanzt man im Herbst als Zwiebeln
… vermehrt sich selbst, wenn man die Blütenstände und Blätter erst nach dem Abtrocknen abschneidet
… gibts auch in weiß

Saatgutbörse Transition Town

Gestern abend war ich auf der Saatgutbörse, die die Leute von Transition Town Bielefeld zum dritten Mal organisiert hatten.

Ich bin reich beschenkt nach Hause gekommen, mit:

  • einem tollen Gesprächen mit Claudia und Nico, Biologin und Forstwirt. Gut zu wissen, dass man Leute im Freundeskreis hat, die die Ansichten über das Gärtnern teilen!
  • einem interessanten Gespräch mit Martin von Transition Town über ein Wohnprojekt.
  • in diesem Fall ohne: ein Exemplar des Garten-Starters. Es ist jetzt Teil der mobilen Bücherei von Transition Town.
  • dem Wissen, dass es bei Melle einen Bioland-Betrieb gibt, wo Saatgut von etwa 200 alten Gemüse- und Blumensorten vermehrt wird. Privatleute bekommen es über www.bio-saatgut.de
  • einer Visitenkarte der wissenschaftlichen Referentin vom Freilichtmuseum Detmold. Das Museum hat dieses Jahr unter dem Motto „Marsch, marsch ins Beet“ ein Programm rund um den Garten und alte, regionale Nutzpflanzensorten auf die Beine gestellt.
  • Samen von Hirschhornwegerich (Plantago coronopus). Ich finde zum einen das Blatt sensationell schön, außerdem soll er den Winter über grün bleiben und kräftig schmecken. Ich bin gespannt…
  • Samen von kriechender, roter Kapuzinerkresse. Ich bin gespannt, ob sie schneckenresistent und halbschattenverträglich ist.
  • einem dicken Puschel Bärlauchzwiebeln. Auf welchem Weg diese auf die Saatgutbörse gekommen waren, war nicht herauszufinden. Ich hoffe, sie stammen aus einem privaten Garten oder Wald.
  • zwei Saatkartoffeln ‚Blaue Odenwälder‘. Die mehlige Sorte hat eine leicht violette Schale, hellgelbes Fleisch und blassblaue Blüten.
  • dem Tipp, dass Anfang Mai an der Kirche in Bielefeld-Quelle eine Pflanzenbörse stattfinden wird. Sobald ich den Termin erfahre, stelle ich ihn natürlich auf die entsprechende Seite hier im Blog.

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Einmal waschen und wachsen bitte

Ich gebe zu, mein Auto macht gerade harte Zeiten durch. Ich löse meinen alten Garten auf und transportiere täglich Pflanzen, erdverkrustete Spaten und eine in Jahren angelegte Sammlung an Blumentöpfen in seinem Minikofferraum. Als ob innere Verunreinigung nicht genug wäre,  hatten sich zwei Tauben derart heftig auf Motorhaube, Dach und Windschutzscheibe verewigt, dass ein Besuch in der Waschanlage unabwendbar war.
Ich verbrachte meinen Samstag also wie ein guter Deutscher: Erst Garten ausmisten, dann am Recyclinghof in die Schlange stellen, um das Ausgemistete entsorgen zu dürfen, anschließend Autowäsche.

Offensichtlich hatten alle anderen Bielefelder Autobesitzer ihren Wagen schon längst frühlingsfrisch gemacht oder die Szene ließ wo anders heißwachsen. Statt mich freundlich zu begrüßen, raunzte mich der Autowaschanlagenfacharbeiter an: „Alter, wie sieht denn dein Auto aus??!!“ Da ich es ja nicht selbst vollgeschissen hatte, hoffte ich auf Mitgefühl: „Ja, heftig, oder?“ „Ey schau dir mal an, wie das aussieht! Wie willst du das denn sauber kriegen, da muss du schon 20 mal hier durchfahren!“

Ich aber hatte einen Tag, an dem das Postivdenken mir leicht fällt und war mir ziemlich sicher, das Problem mit einer einzigen Wäsche beheben zu können, außerdem wenig Lust unnötige Summen in die Autowäsche zu investieren und vor allem hätte ich statt beschimpft zu werden, gerne endlich mit der ersten der von ihm angedrohten 20 Wäschen angefangen. Mein Vorschlag wurde wutschnaubend und mit einem dahingeschnodderten „Na wenn du meinst…“ akzeptiert, während sich die Hand gierig nach meinem Geld streckte.

Endlich durfte ich meinen Wagen durch die heiligen Hallen der Autofetischisten ziehen lassen. Meinetwegen dürfte das Autowaschen Stunden dauern. Ich liebe es zuzusehen, wie weißer, fluffiger Schaum in schweren Tropfen auf die Scheibe platscht, 1000 Lappenfinger das Auto von allen Seiten betasten und wie mir zum Abschieddie flusigen Arme einer Polierschaumkrake  zuwinken. Ich fühle mich wie in der Märchenbahn im Freizeitpark – nur dass Metallica statt mechanisches Vogelgezwitscher den Soundtrack bildet und mir keine Fremden zartpinke Zuckerwattewolken ins Gesicht drücken.

Viel zu schnell wurden Auto und ich wieder ausgespuckt. Kurz dachte ich über den Vorschlag des freundlichen jungen Mannes am „Empfang“ über die 20er-Karte nach. Frisch glänzende Motorhaube, Dach und Windschutzscheibe ohne taubige Souvenirs überzeugten mich jedoch vom Gegenteil.

Wir sind der Verkehr

Sieh mal einer an.

Am Freitag 18.7.14 war die erste critcal mass in Bielefeld

 

Nebeneinander auf der Straße fahren dürfen, Spaß haben und dabei noch etwas für eine bessere Welt tun – eine tolle Idee.

Das ganze nett sich ‚Critical Mass‘ und ist keine Demonstration, sondern das Ausnutzen der Straßenverkehrsordnung für einen guten Zweck. In dem Gesetzestext heißt es nämlich, dass wenn 15 Radfahrer zusammenkommen, sie als ‚geschlossener Verband‘ gelten und als ein Fahrzeug gelten. Mitten auf der Straße fahren, im Pulk abbiegen oder über eine Ampel fahren dürfen, die gerade zu rot übergesprungen ist inklusive!

Wer teilnimmt, macht damit aufmerksam, wie viel Spaß Radfahren macht, aber auch wie umweltfreundlich und intelligent es ist. Frei nach dem Motto „Wir blockieren den Verkehr nicht, wir sind der Verkehr“.

Eine super Aktion, wie ich finde! Hat nicht jemand Lust, das in Bielefeld zu organisieren?
Oder gibt es das womöglich schon und keiner hat mir bescheid gesagt?

Davon gelesen habe ich in fairkehr, einer interessanten Zeitschrift, die ich bekomme seit ich 2013 Mitglied im VCD geworden bin. Den VCD halte ich übrigens für eine super Alternative zu dem Verein mit den gelben Engeln. Mir hat deren Denke schon länger nicht mehr gepasst. Jetzt freue ich mich bei jeder Schweinerei, die neu rauskommt, dass sie nicht mit meinem Geld finanziert wurde.