Ich habs doch immer gesagt

In England ist die Welt einfach ein Stückchen besser, zumindest was das Thema Garten angeht. (Obwohl mir noch diverse Dinge mehr einfallen, die ich dort toll finde.)

Gäbe es solche Gartensendungen im deutschen Fernsehen, ich würde mit Freude GEZ-Gebühren bezahlen.

Eine sympathische Gärtnerin, ein wunderschöner, weil nicht piekfein und oberperfekter Garten, klasse Tipps zum Nachmachen und das alles in ohrenschmeichelndem britischen Englisch – herrlich! Wer da keine Lust bekommt, zu Schaufel und Salatpflanze zu greifen und loszulegen, der scheint mir verdächtig.

Mein Tipp:
Kohlrabi, Kopfsalate, Möhren, Mangold, Radieschen, späte Porreesorten, Busch- und Stangenbohnen könnt ihr jetzt noch aussäen.

 

Schreibtisch-Jenga

Nach Beamtenmikado (wer sich zu erst bewegt hat verloren) präsentiere ich euch heute die neue Spielidee für den Arbeitsplatz: Schreibtisch-Jenga. Die Regeln sind einfach. Man legt dem Kollegen ein Buch auf den Schreibtisch. Dann ist dieser an der Reihe und erhöht den Stapel um ein Buch. So geht es abwechselnd weiter. Wer den Stapel zum Umfallen bringt, hat verloren. Der Stapel auf meinem Schreibtisch (siehe Bild) ist allerdings ein Eigenwerk und besteht aus
a) eigenen Büchernb) Neuerscheinungen – dazu unten mehr.
c) Büchern zu meinen momentanen Lieblingsthemen (Schattengarten/Wurmkompost)
d) Büchereischätzchen zur Konkurrenzbeobachtung

jenga

Eine meterhohe Entschuldigung für blogbeitragsfreie Tage

Im Stapel liegen unter anderem:

Black Box Gardening von Christian Kreß (dem Sarastro-Besitzer) & Jonas Reif, Ulmer Verlag. Die Autoren laden zum bewussten Gärtnern mit Pflanzen ein, die sich selbst aussäen. Man greift zwar lenkend ein, welche Pflanzen im Garten wachsen, überlässt aber dennoch vieles dem Zufall. Damit man weiß, was man tut und tun kann gibt es Kapitel zur Bodenvorbereitung, Pflanzenauswahl, Gärtnern in Spalten und Fugen und ein Pflanzenverzeichnis – sagt jedenfalls das Inhaltsverzeichnis. Ich bin noch nicht weiter gekommen als Seite 29, wo der Garten von Derek Jarman in Dungeness/Südengland vorgestellt wird. Da habe ich mich dermaßen festgelesen und schwupps war der Abend rum. Im Buch steht aber auch noch, Black Box Gardening wäre was für Ungeduldige. Also wenn ich es nicht schon hätte, ich würds kaufen!

Und Die Vielfalt kehrt zurück von Ina Sperl, eine Reise zu 15 Gärtnern, die sich um den Erhalt von alten Gemüsesorten kümmern. Schon der raue Umschlag und das matte, naturweiße Papier begeistern mich und die Texte machen Spaß zu lesen. Danke für den Überblick über die engagierten Gärtner, die anschaulichen Kurzerklärungen am Seitenrand und natürlich die in Sperlscher Qualität äußerst angenehm lesbaren Texte.

Aus Frust wird Lust

Shopping hilft eben doch gegen all die seelischen Wehwehchen, die das Leben eben so mit sich bringt…

Der Plan: Am Samstag gaaaaanz schnell in meine Lieblingsgärtnerei fahren, ein paar Pflanzen zum Verschenken kaufen und wieder heim.

Die Realität: Los fahre ich mit schlechter Laune und dem Vorsatz: falls ich was für meinen Garten finde, darf es mit. „falls“… – ha, ha! Wer mich je beim Besuch einer Gärtnerei erlebt hat und auch nur im entferntesten etwas mit Pflanzen anfangen kann, weiß wie so ein Vorsatz endet. Außerdem handelte es sich ja nicht um irgendeine Gärtnerei, sondern den Bioland-Betrieb Rasche in Hiddenhausen bei Herford.

Das Ergebnis: Sehr schöne Verschenkpflanzen gefunden – was es ist und für wen kann ich nicht verraten, weil die Beschenkung erst stattfindet. Aber: aus dem „falls ich was für meinen Garten finde“ ist eine riesen Kiste mit Stauden geworden. Eigentlich habe ich alles, was das Sortiment für meinen halbschattigen Garten hergibt mitgenommen. Aber was viel wichtiger ist: die schlechte Laune war verflogen!

Der Werbeblock: Die Rasches produzieren über 300 Sorten Heilpflanzen und Kräuter, mindestens genau so viele Stauden, außerdem Jungpflanzen von besonderen Tomaten- und anderen Gemüsesorten. Es ist dort herrlich ruhig, dank Buchenhecken, Fachwerkhäusern (die nicht zum Betrieb gehören, aber eben fürs besondere Ambiente sorgen) und Schaubeeten wunderschön und Thomas Rasche und seine Frau wissen zu jeder Pflanze noch den besonderen Tipp.

Die Pflanzen sind dank der Bioproduktion sowas von gesund und kräftig, manche bekommt man kaum aus der Palette gezogen, so stark wurzeln die Ballen auf dem Boden oder man hat das Gefühl, der Topf platzt gleich, so prall ist er vor lauter Wurzeln, bei den Maiglöckchen wuchsen mehrere Seitentriebe aus dem Topf heraus. Ich habe mit den Pflanzen nur gute Erfahrung gemacht, was Gesundheit und Anwachsen angeht.

Gärtnerei Familie Rasche, Ortsweg 30, 32130 Hiddenhausen, www.gaertnerei-rasche.de
Verkauf: April-Ende Juni + Mitte August-Ende September: Di 10-13+15-18 Uhr, Sa: 10-13 Uhr

Ein paar Frühjahrs-Impressionen aus der Gärtnerei Rasche

Buch gewinnen!

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Am 23. April ist „UNESCO-Welttag des Buches“, da will ich als Lesesüchtige und Buchautorin natürlich mitfeiern!

Aus Freude über diesen Ehrentag verlose ich 3 x 1 Exemplar vom
Garten-Starter von Sebastian Ehrl & Jutta Langheineken (blv Verlag – ISBN-10: 3835412604)

Um zu gewinnen, hinterlasst einen Kommentar mit eurem Lieblings-Gartentipp.
Einsendeschluss ist 4. Mai 2014 um 23.59 Uhr

Mehr zu der Aktion „blogger schenken lesefreude“ findet ihr übrigens hier. Eine Beschreibung vom Buch und einen Einblick zum Inhalt gibts hier.

 

Kleingedrucktes & Teilnahmebedingungen:
Teilnehmen dürfen Bewohner der BRD ab dem 18. Lebensjahr, pro Familie nur eine Person.
Die Verlosung startet am 23.4.2014 und endet am 4.5.2014 um 23.59 Uhr.
Der Gewinner wird per Email an die Kommentieradresse benachrichtigt.
Die Emailadresse wird nur zur Benachrichtigung im Gewinnfall verwendet und anschließend gelöscht.
Das Buch wird dem Gewinner auf dem Postweg zugestellt.
Es besteht keine Haftung, wenn das Buch auf dem Postweg verloren geht.
Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ich behalte mir vor, das Gewinnspiel abzubrechen.

Kellerkinder

Ich kann auch klassisch schöne Gartenbilder, ehrlich. Die bekommt ihr hier auch noch zu sehen, oder findet sie z.B. Anfang Mai im Landwirtschaftlichen Wochenblatt, für das ich einen Artikel über das Umweltzentrum Heerser Mühle geschrieben habe.

Hier aber ein Tipp für sparsame Gärtner: Geranien (die auf Botanisch Pelargonium heißen) sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber ich liebe sie. Sie erinnern mich an Urlaub am Mittelmeer, wo man oft alte, knorrig gewachsene Pflanzen am Straßenrand sieht oder kleinere Exemplare in Hängetöpfen an den Hauswänden. Geranien sind überhaupt nicht nachtragend, wenn ich mal wieder nicht zum Gießen komme, im Gegenteil. Außerdem mag ich ihren Geruch und die knalligen Blütenfarben. Meine Favoriten sind die aufrecht wachsenden mit samtig-weichen Blättern und Blüten in Omma-Rot und Knall-Pink.

Vor meinem Schlaf- und Arbeitszimmer sind freundlicherweise von Haus aus Balkonkastenhalterungen angebracht und dort steht den Sommer über je ein mit schreiend roten Geranien bepflanzter Kasten. Weil ich lebende Pflanzen nicht wegschmeißen kann, habe ich den Tipp einer Gärtner-Freundin ausprobiert. Und das geht so:

So kommen Geranien über den Winter:

Im Herbst die Geranien von Blättern und Blüten befreien und die Stiele kräftig zurückschneiden, so dass sie etwa noch 1/3 ihrer ursprünglichen Länge haben. Dann stellt man die Pflanzen samt Topf oder Kasten in den Keller. Am besten dunkel und kühl, aber frostfrei.

Den Winter über: nichts tun, außer ab und zu im Keller vorbeischauen, Abgestorbenes entfernen und dem Helfersyndrom „die brauchen doch Wasser…“ widerstehen.

Sobald es im Frühjahr wieder wärmer wird, holt man die Kästen aus dem Untergrund, stellt sie ins Freie und gießt die Pflanzen kräftig. Allerdings: die Pflanzenstummel haben ja nun mehrere Monate im Dunkeln verbracht und sind lichtempfindlich. Also stellt man sie erstmal an einen hellen Ort ohne direkte Sonne und gewöhnt sie langsam an das Draußensein. Pflanzen können übrigens auch Sonnenbrand bekommen! Sind die Nächte noch kühl oder droht Frost, holt man die Pflanzen abends ins Haus.

Auf der Seite www.geranien-pflanzen.de gibt es eine ausführliche Anleitung mit Bildern, allerdings etwas komplizierter mit Erde austauschen usw. Meine Gärtner-Freundin macht das mit ihren Pelargonien aber seit Jahren mit der oben beschriebenen cut&go-Methode und es ist unglaublich, was für kräftige und dauerblühende Pflanzen in ihren Kästen stehen. In sofern… mal sehen, was der Sommer bringt!

Fußvolk

Plata hat Besuch bekommen!

Zu ihren Füßen hat sich ein Schöllkraut (Chelidonium majus) ausgesät. Viele reißen die Pflanze raus, wenn sie sie im Garten finden. Dabei blüht sie monatelang in knalligem Dottergelb und sät sich selbst aus, eine perfekte Pflanze für Naturgärten. Es gibt auch noch eine Art/Sorte (?) mit gezackten Blättern und die Sorte ‚Pleniflorus‘ mit gefüllten Blüten. Der gelbe Saft eines frisch abgebrochenen Stängels soll gegen Warzen helfen, wenn man ihn darauf tupft.

schoellkraut

lammfromm & primelgrün

Am Wochenende habe ich spannende Entdeckungen rund um Bielefeld gemacht, die alle interessieren dürften deren Herz für grüne Aktivitäten und Projekte schlägt.

Der Verein Primelgrün hat sich selbst so schön und aussagekräftig beschrieben, dass ich von deren Internetseite zitiere, was sie wollen und tun: „Eine bunte Mischung aus begeisterten NaturliebhaberInnen & kreativen Köpfen hat sich zusammengefunden, um ein Zeichen zu setzen für einen intensiven Zugang zur Natur & Umwelt, die Entfaltung & Entwicklung von Kindern & Erwachsenen, die Freiheit der Kreativität, sowie ein entspanntes & entschleunigtes Sein und Tun.“

Dafür haben sie die Erlebniswiese gepachtet und am Freitag war dort Tag der offenen Wiesenpforte. Ich bin über das superschön gestaltete Gelände mit Hochbett, Stockbrotlagerfeuer, Matschspielplatz, Teehaus, Wäldchen undundund spaziert, habe mich mit Anke über das Programm des Vereins unterhalten und das Draußensein genossen. Endlich mal ein Ort, wo auch Erwachsene Naturerfahrungen machen und kreativ sein können. Ich bin bestimmt nicht das letzte Mal dort gewesen

Primelgrün e.V. – Wiesenanschrift: Bardenhorst 15, 33739 Bielefeld

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In der Web- und Färbedeele von Walburga Atkin-Schäper kann man Weben, Spinnen, Wolle kaufen, Filzen. Am Sonntag war dort Lammtag, ein nettes kleines Event bei dem man logischerweise die Lämmer beim Herumspringen beobachten, aber auch Osterleckereien genießen, Wolle und Wolliges kaufen oder einfach im Vorgärtchen der Deele in der Sonne sitzen konnte.

An Christi Himmelfahrt findet dort übrigens eine Staudentauschbörse statt und von 15. Mai bis 24. Juni kann man dort Pflanzenzöglinge kaufen.

Web- und Färbedeele Babenhausen, Am Poggenpohl 30, 33619 Bielefeld.
Verkauf: Mi-Fr 10-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr

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Matsch Fun

Matsch Fun

War ja klar: Gefühlte acht Wochen hat die Sonne am komplett wolkenfreien Himmel gestanden. Und am ersten Wochenende, an dem ich Zeit habe in meinem Garten zu arbeiten (*): Dauerregen. Und zwar dieser fiese feine, der kaum zu sehen ist, aber unglaublich schnell unglaublich nass macht. Und was darf man als Gärtner? Sich noch nichtmal beschweren! Es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern … (ihr wisst schon), die Natur braucht den Regen dringend undsoweiter.

Und tatsächlich, hier 7 Vorteile des Gärtnerns bei Regen:

  • man kann auch bei ballenlosen Pflanzen in aller Ruhe überlegen, wo sie demnächst wachsen sollen
  • zum Angießen muss man wesentlich weniger wassergefüllte Gießkannen Richtung Beet schleppen
  • man sieht, wo Pfützen entstehen und das Beet nicht ordentlich gerade geharkt ist
  • das Hangbeet wird auf Erosionsgefahr getestet
  • man arbeitet ausdauernder und verbringt weniger Zeit mit Teintpflege
  • kein Rasenmähergebrüll aus den Nachbargärten
  • kosten- und mühelos kann man einen Vorrat von dem anlegen, was zum Gärtnern unverzichtbar ist: Wasser (vorrausgesetzt man hat eine Regentonne)

Neun Stunden später und fünf Kilo schwerer (siehe Bild) habe ich immerhin vier neue Beete, einen halbfertigen neuen Sitzplatz, versteckt zwischen Hosta und Apfelbaum gelegen und alle Pflanzen in den Boden bekommen, die dringend rein mussten.

(*) Wie es jemandem gehen muss, der ein ganz klein wenig nur zur Ungeduld neigt, im August umgezogen ist und seit lediglich aus dem Wohnzimmerfenster auf das nahezu jungfräulich oder besser gesagt 17 Jahre ungenutzte und jetzt eigene Stück Garten starren kann, weil – siehe oben, die Wochenenden immer mit Seminaren, Fortbildungen etc. belegt waren –, dafür schon tausende von Plänen geschmiedet und gezeichnet hat, berufsbedingt täglich mit unzähligen Gartenideen bombadiert wird, von denen es einige schaffen, zum „das will ich auch“-Traum aufzusteigen, das Gartenjournalistin/Gärtnerin-Leben wegen der Liebe zu Pflanzen und Natur und einem ausgeprägten Macher-Gen gewählt hat, außerdem Gartennachmieterin und Powerfrühling im Nacken hat, kann sich der ein oder andere vielleicht vorstellen.

Jetzt atmen!

Was blüht denn da – März

1.000 mal dran vorbeigefahren, 1.000 mal bestaunt und nie eine Ahnung gehabt, was das eigentlich ist? Diese Rubrik hilft weiter. Hier erkläre ich Blühendes und Baumiges in und um Bielefeld. Für Tipps bin ich immer dankbar!

Heute: Das blaue Blütenmeer im Park Heeper- Ecke Teutoburger Straße.
Hier blüht Blaustern, botanisch Scilla.

Blaues Blütenmeer geht übrigens auch im Garten. Scilla…

… wächst gut im Halbschatten bis Schatten, wenn keine Staunässe herrscht
… ist sehr gut winterhart
… pflanzt man im Herbst als Zwiebeln
… vermehrt sich selbst, wenn man die Blütenstände und Blätter erst nach dem Abtrocknen abschneidet
… gibts auch in weiß