Was blüht denn da – Mai

wiesenkerbel

Diese tuffig-luftig-leichten Blütenwölkchen sieht man zur Zeit an vielen Straßenrändern.

Es ist der Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) Familienmitglied der Doldenblütler, zu denen auch Möhre, Fenchel und Dill gehören. Ist der nicht wunderwunderschön? Ich hole mir immer einen dicken Strauß davon für die Bodenvase. Er muss allerdings schnell ins Wasser, sonst lässt er sich hängen. Angeblich soll man den frischen Austrieb auch als Würzmittel nehmen können. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert. Ihr?

Für meinen Garten habe ich mir den ‚Ravenswing‘, den schwarzen Wiesenkerbel gekauft. Hier seht ihr ihn. Es ist das schlanke dunkle Gewächst mit hellen Blüten auf dem mittleren Bild. Ich hoffe, dass er sich in meinem Garten wohlfühlt. Dann sät er sich Black Box-Gardening-mäßig aus.

Schreibtisch-Jenga

Nach Beamtenmikado (wer sich zu erst bewegt hat verloren) präsentiere ich euch heute die neue Spielidee für den Arbeitsplatz: Schreibtisch-Jenga. Die Regeln sind einfach. Man legt dem Kollegen ein Buch auf den Schreibtisch. Dann ist dieser an der Reihe und erhöht den Stapel um ein Buch. So geht es abwechselnd weiter. Wer den Stapel zum Umfallen bringt, hat verloren. Der Stapel auf meinem Schreibtisch (siehe Bild) ist allerdings ein Eigenwerk und besteht aus
a) eigenen Büchernb) Neuerscheinungen – dazu unten mehr.
c) Büchern zu meinen momentanen Lieblingsthemen (Schattengarten/Wurmkompost)
d) Büchereischätzchen zur Konkurrenzbeobachtung

jenga

Eine meterhohe Entschuldigung für blogbeitragsfreie Tage

Im Stapel liegen unter anderem:

Black Box Gardening von Christian Kreß (dem Sarastro-Besitzer) & Jonas Reif, Ulmer Verlag. Die Autoren laden zum bewussten Gärtnern mit Pflanzen ein, die sich selbst aussäen. Man greift zwar lenkend ein, welche Pflanzen im Garten wachsen, überlässt aber dennoch vieles dem Zufall. Damit man weiß, was man tut und tun kann gibt es Kapitel zur Bodenvorbereitung, Pflanzenauswahl, Gärtnern in Spalten und Fugen und ein Pflanzenverzeichnis – sagt jedenfalls das Inhaltsverzeichnis. Ich bin noch nicht weiter gekommen als Seite 29, wo der Garten von Derek Jarman in Dungeness/Südengland vorgestellt wird. Da habe ich mich dermaßen festgelesen und schwupps war der Abend rum. Im Buch steht aber auch noch, Black Box Gardening wäre was für Ungeduldige. Also wenn ich es nicht schon hätte, ich würds kaufen!

Und Die Vielfalt kehrt zurück von Ina Sperl, eine Reise zu 15 Gärtnern, die sich um den Erhalt von alten Gemüsesorten kümmern. Schon der raue Umschlag und das matte, naturweiße Papier begeistern mich und die Texte machen Spaß zu lesen. Danke für den Überblick über die engagierten Gärtner, die anschaulichen Kurzerklärungen am Seitenrand und natürlich die in Sperlscher Qualität äußerst angenehm lesbaren Texte.

Atomkraftwerk im Vorgarten?

Hier kommt die Rettung für alle, die sich gegen den Bau einer Autobahn, eines Windparks oder Atomkraftwerks im Vorgarten wehren möchten.

Leiht euch Feldhamster – wo die leben, ist ein Baustopp nur noch eine Frage von Stunden, Mausohren (ideal, wenn Ruinen erhalten werden sollen) oder Fetthennen-Bläulinge (neu im Sortiment). Auch der Dreilappiger Rosskümmel, der Langblättrige Ehrenpreis oder die Krebsschere können weiterhelfen.
Ihr habt keine Ahnung, welches „Produkt“ das passende für euer Problem ist? Dann schnell die FHV-App angeschmissen und nachgeschaut.

P.S. Gönnt euch den Spaß und lest erst alles in Ruhe durch, bevor ihr das Impressum anschaut. Ich hab mich königlich amüsiert.

Glückwunsch

Die Gewinner der Garten-Starter-Verlosung stehen fest:

Herzlichen Glückwunsch, Hanni, B.ee und Lilleluett! Ihr bekommt demnächst Post von mir.

Und damit alle anderen auch etwas davon haben, hier nochmal ihre Garten-Tipps:

Hannis Tipp: Das Kochwasser von Kartoffeln, Gemüse oder Eiern als Dünger für die Kräuter verwenden! Vollgepackt mit guten Nährstoffen!

B.ees Tipp: Einfach mit offenen Augen durch den eigenen Hof und Garten laufen oder die Natur… Man findet dort so viele Dinge, die man im Garten zum Verschönern oder zum Pflanzen, zum Pflastern oder für einen Miniteich verwenden kann, dass man kaum etwas kaufen muss…

Lilleluetts Tipp: Nur weil jemand sagt das wird nie was, nicht immer glauben sondern ausprobieren. Wir haben hier sehr schlechten Boden und jeder meinte das ich meine Rosen hier vergessen könnte. Aber sie wurden von mir so umsorgt, dass manche Sorten viel besser wachsen/blühen als bei Anderen.. Wobei ich auch Rosen habe, die nur so vor sich dahin vegetieren. Manche haben es auch nicht geschafft… Dann pflanze ich an die Stelle dann einfach eine Sorte mit der ich schon gute Erfahrung gesammelt habe.

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Maiglöckchen im Berufsverkehr

tram01Es ist doch immer wieder erstaunlich und vor allem erfreulich, wie friedlich, freundlich und kommunikativ Menschen sind, wenn sie im lärmig-hektischen Berufsverkehr einen mit Pflanzen reisenden Menschen entdecken.

Erlebnis 1: mit Maiglöckchen für meine Gastgeberin in der Straßenbahn
Ich werde angelächelt, beim Einsteigen vorgelassen und schließlich von einem alleinreisenden Herren angesprochen. Er gibt mir freundlich Tipps zur Pflanzung (halbschattig, breitet sich aus) und ich ihm das Gefühl, er würde mir bisher Ungewusstes erzählen. Die kleinen weißen Kugelglöckchen nicken zustimmend. Auch deren herrlichen Duft erwähnt der Mann. Einziger Wehmutstropfen: Leider schaffen sie es nicht, sein Waschabstinenzler-Aroma zu überdecken.

Erlebnis 2: mit zwei Kisten voller Pflanzen, ebenfalls in der Straßenbahn
Es war ein langer, anstrengender Tag, der mich unter anderem zu Sarastro Stauden, eine von Europas berühmtesten Staudengärtnereien geführt hat. Natürlich konnte ich einige Pflanzen nicht ungekauft lassen. Ich bin jetzt in der Straßenbahn mit zwei Pappkisten voller Pflanzen auf dem Weg vom Buchverlag für den ich unterwegs war zu meiner Münchener Unterkunft . Die Kisten kann ich in einer Ecke abstellen. Ich bin geschafft und dankbar für einen Sitzplatz, der in einiger Entfernung frei ist. So ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, zu wem die Pflanzen gehören.
Zwei Studenten steigen ein, gucken immer wieder verwundert Richtung Pflanzen und beginnen zu mutmaßen: handelt es sich um eine Maßnahme der MVG, die Tramfahrerei angenehmer zu machen? Hat jemand die Pflanzen vergessen? Was passiert wohl, wenn sie sich eine rausnehmen?
Langsam werde ich nervös.
Ich gebe mich als Besitzer zu erkennen und wir nehmen uns gemeinsam vor, der MVG ein Begrünungsprojekt vorzuschlagen. Am Stachus gehen wir lachend und ein wenig weniger müde auseinander.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Und wieso hat eigentlich noch niemand ein bepflanzbares Handtäschchen erfunden? So könnte man seine Lieblingspflanze oder die, deren Blütenfarbe gerade zum Outfit passt überall hin mitnehmen. Also, liebe Kreativlinge oder Existenzgründungsideensucher – ich freue mich auf eure Entwürfe!

Aus Frust wird Lust

Shopping hilft eben doch gegen all die seelischen Wehwehchen, die das Leben eben so mit sich bringt…

Der Plan: Am Samstag gaaaaanz schnell in meine Lieblingsgärtnerei fahren, ein paar Pflanzen zum Verschenken kaufen und wieder heim.

Die Realität: Los fahre ich mit schlechter Laune und dem Vorsatz: falls ich was für meinen Garten finde, darf es mit. „falls“… – ha, ha! Wer mich je beim Besuch einer Gärtnerei erlebt hat und auch nur im entferntesten etwas mit Pflanzen anfangen kann, weiß wie so ein Vorsatz endet. Außerdem handelte es sich ja nicht um irgendeine Gärtnerei, sondern den Bioland-Betrieb Rasche in Hiddenhausen bei Herford.

Das Ergebnis: Sehr schöne Verschenkpflanzen gefunden – was es ist und für wen kann ich nicht verraten, weil die Beschenkung erst stattfindet. Aber: aus dem „falls ich was für meinen Garten finde“ ist eine riesen Kiste mit Stauden geworden. Eigentlich habe ich alles, was das Sortiment für meinen halbschattigen Garten hergibt mitgenommen. Aber was viel wichtiger ist: die schlechte Laune war verflogen!

Der Werbeblock: Die Rasches produzieren über 300 Sorten Heilpflanzen und Kräuter, mindestens genau so viele Stauden, außerdem Jungpflanzen von besonderen Tomaten- und anderen Gemüsesorten. Es ist dort herrlich ruhig, dank Buchenhecken, Fachwerkhäusern (die nicht zum Betrieb gehören, aber eben fürs besondere Ambiente sorgen) und Schaubeeten wunderschön und Thomas Rasche und seine Frau wissen zu jeder Pflanze noch den besonderen Tipp.

Die Pflanzen sind dank der Bioproduktion sowas von gesund und kräftig, manche bekommt man kaum aus der Palette gezogen, so stark wurzeln die Ballen auf dem Boden oder man hat das Gefühl, der Topf platzt gleich, so prall ist er vor lauter Wurzeln, bei den Maiglöckchen wuchsen mehrere Seitentriebe aus dem Topf heraus. Ich habe mit den Pflanzen nur gute Erfahrung gemacht, was Gesundheit und Anwachsen angeht.

Gärtnerei Familie Rasche, Ortsweg 30, 32130 Hiddenhausen, www.gaertnerei-rasche.de
Verkauf: April-Ende Juni + Mitte August-Ende September: Di 10-13+15-18 Uhr, Sa: 10-13 Uhr

Ein paar Frühjahrs-Impressionen aus der Gärtnerei Rasche

Aktionismus

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Plata, mein Patenbaum bei Zwitschern der Bäume schickt ein rauschendes Blätterrascheln an alle Mitzwitscherer und natürlich die restlichen Bäume in Bielefeld & der Welt – denn es ist: der Internationale Tag des Baumes!

Was es damit auf sich hat, und welche Aktionen stattfinden könnt ihr bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald nachlesen. In Bielefeld bekommt man im Jubiläumsjahr übrigens eine vom Oberbürgermeister unterschriebene Urkunde, wenn man auf dem eigenen Grundstück einen Baum pflanzt. Wem also daran gelegen ist – so der Flyer – an Stadtjubiläen in 50, 100 oder gar 200 Jahren mit Baum+Urkunde beteiligt zu sein, kann sich hier Informationen zum Projekt runterladen.

Von Plata gibt es zur Feier des Tages ein Suchbild: Ein Same hat sich auf den Weg gemacht, um die Nachbarschaft zu erkunden… Viel Spaß beim Suchen. Und vielleicht hat ja schon jemand Erfahrung mit dem Bielefelderjubiläumsbäumeprojekt gemacht? Dann her damit.